Schwarzlöhne für Kurierfahrer gezahlt

Angeklagte legen zum Prozessauftakt Geständnisse ab

Dorsten/Essen - Die Geschäftsführerin eines ehemaligen Dorstener Kurierunternehmens hat ihre Fahrer jahrelang schwarz bezahlt. Seit Dienstag stehen sie und ihr Mitarbeiter in Essen vor Gericht. Beide sind geständig.

Die inzwischen insolvente Dorstener Firma war als Sub-Unternehmer für den weltweit tätigen Kurierdienst "TNT" tätig. Zwischenzeitlich waren über zehn Fahrer im Einsatz. Was jedoch lange Zeit niemand wusste: Die angestellten Fahrer haben einen beträchtlichen Teil ihres Lohnes schwarz erhalten. Im Prozess vor der 12. Wirtschaftsstrafkammer des Essener Landgerichts war von rund 45 Prozent die Rede.

Illegale Machenschaften

Die illegalen Machenschaften waren bei einer Steuerprüfung aufgefallen. Dabei wurde festgestellt, dass die Lohnlisten nicht zu den Angaben bei den Sozialversicherungsträgern passten. Laut Anklage sollen zwischen 2010 und 2014 insgesamt rund 450.000 Euro Sozialversicherungsabgaben nicht abgeführt und rund 175.000 Euro Steuern hinterzogen worden sein.

Bewährungsstrafen zugesichert

Zum Prozessauftakt haben beide Angeklagte umfassende Geständnisse abgelegt. Zuvor hatten die Richter ihnen zugesichert, dass sie in diesem Fall nicht ins Gefängnis müssen, sondern Bewährungsstrafen zwischen 15 und 24 Monaten verhängt werden würden.

Beide Angeklagte haben erklärt, dass sie sich nicht bereichert hätten. "Ich habe nur das, was ich am Leibe trage", sagte die 42-jährige Ex-Geschäftsführerin. Und ihr 49 Jahre alter Mitangeklagter ergänzte: "Wir haben eher noch draufgezahlt." Die Gewinnmarge sei einfach zu klein gewesen.

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