SEK-Einsatz

Verwirrter Radfahrer traumatisiert Polizisten mit Flambierpistole

Dorsten - Ein Verwirrter war im März 2017 auf einem Fahrrad und mit einem Plüschpanther auf der Autobahn 52 unterwegs. Er löste einen SEK-Einsatz aus. Jetzt fand er sich am Landgericht wieder.

Der Einsatz war kurios und dramatisch zugleich. Vor anderthalb Jahren, am 15. März 2017, wurde ein offenbar verwirrter Mann, der mit seinem Fahrrad und einem Plüschpanther auf der Autobahn 52 zwischen Dorsten und Marl unterwegs war, von einem Polizisten angeschossen. Jetzt muss der Radfahrer dem Land Nordrhein-Westfalen sogar Schadenersatz zahlen. Das Essener Landgericht hat den 31-Jährigen zur Zahlung von 2900 Euro verurteilt. Einmal für einen abgebrochenen Spiegel an einem Polizeifahrzeug, außerdem für die Dienstunfähigkeit eines der beteiligten Beamten.

Ob der Radfahrer die Summe allerdings überhaupt aufbringen kann, ist ungewiss. Wie es heißt, steht er unter Betreuung. Der 31-Jährige war im März 2017 als Fahrradfahrer auf der Autobahn unterwegs. Als er von der Polizei gestoppt wurde, fuhr er direkt auf das Einsatzfahrzeug zu, brach dabei einen der Außenspiegel ab. Anschließend flüchtete er zu Fuß übers Feld in Altendorf-Ulfkotte. Als er schließlich gestellt werden konnte, zückte er ein Flambiergerät, bedrohte damit den Polizisten, der vor ihm stand. Dabei soll er gerufen haben:

Ich bringe euch alle um

Genau in dieser Situation hatte der bedrohte Beamte damals seine Waffe gezogen und dem Mann dreimal ins Bein geschossen. Was zunächst nicht absehbar war: Durch den Vorfall war nicht nur der Radfahrer verletzt worden, auch der Polizist wurde psychisch schwer mitgenommen. Laut Gerichtssprecher Dr. Thomas Kliegel war er nach dem Einsatz zweieinhalb Wochen lang dienstunfähig. Die Ärzte hatten bei dem Beamten eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt. Das Land NRW hatte eigentlich sogar rund 6000 Euro Schadensersatz gefordert, weil nach dem Einsatz noch ein weiterer Polizist vorübergehend dienstunfähig geworden war. In seinem Fall hat das Landgericht Essen allerdings keinen Schadensersatzanspruch festgestellt. Laut Gerichtssprecher Kliegel sei der zweite Beamte weder direkt bedroht worden, noch habe er sich unmittelbar in Tatortnähe befunden. Die Strafverfahren waren übrigens eingestellt worden.

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