Sonder-Edition von Coca-Cola wird in Dorsten produziert

In Dorsten werden die deutschen WM-Stars abgefüllt

Dorsten - 23 Spieler und Trainer Joachim Löw hat Coca-Cola für seine Sonder-Edition zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nominiert. Der Kader dürfte bei Fans und Sammlern für Diskussionsstoff sorgen. Im Coca-Cola-Werk in Dorsten werden seit einigen Wochen rund 50 Millionen WM-Dosen abgefüllt. Beim exklusiven Blick hinter die Kulissen wird auch die Frage beantwortet, welche Spieler auf den Dosen zu sehen sind.

Boateng rempelt Müller an, Süle hängt Özil im Nacken. Draxler zieht links an Kimmich vorbei, doch Werner bleibt an Kroos hängen. Von hinten will Sané nachrücken, Hummels macht allerdings gnadenlos dicht. Die Räume sind eng auf dem Fließband im Abfüllwerk von Coca-Cola in Dorsten. Tausende rote Dosen rattern pro Minute vorbei. Auf den ersten Blick sieht eine aus wie die andere. Auf den zweiten wird deutlich: Hier läuft eine komplette Mannschaft ein. Auf jeder Dose ist einer von 23 Spielern oder mit Joachim Löw erstmals auch ein Trainer abgebildet. Löw wird in Russland dabei sein, aber der ein oder andere Spieler wahrscheinlich nicht.

Beliebte Spieler haben gute Chancen

"Die Entscheidung, welche Spieler wir für die limitierte Sonder-Edition nehmen, ist bereits im Winter gefallen", erklärt Unternehmenssprecher Julian Stuercken. Wichtigstes Kriterium: Wer in den letzten Monaten häufig im Deutschland-Trikot auf dem Platz stand, schafft es auch in den Coca-Cola-Kader. Wer bei Fans beliebt ist, hat gleichfalls gute Chancen. Wie Marco Reus zum Beispiel. Oder der dauerverletzte Mannschaftskapitän Manuel Neuer. Und Mario Götze, der für Coca-Cola kein Wackelkandidat ist. Dass Joachim Löw Mitte Mai nur zwei Torhüter, aber fünf Innenverteidiger für das Unternehmen Titelverteidigung nominiert, ist ausgeschlossen. "Das ist auch nicht so schlimm", sagt Julian Stuercken. "Wichtig sind der Wiedererkennungswert und der Spaß am Sammeln." Was er nicht sagt: Auch Panini beispielsweise liegt mit seinen Sammelalben wegen des großen Produktionsvorlaufes niemals ganz richtig.

Der Coca-Cola-Kader für die Fußball-WM

Tor: Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen.

Abwehr: Shkodran Mustafi, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Jonas Hector, Mats Hummels, Jerome Boateng, Antonio Rüdiger.

Mittelfeld: Mesut Özil, Ilkay Gündogan, Mario Götze, Julian Draxler, Sebastian Rudy, Sami Khedira, Leon Goretzka, Toni Kroos, Marco Reus, Emre Can, Leroy Sané, Thomas Müller.

Sturm: Timo Werner, Sandro Wagner.

Trainer: Joachim Löw.

Seit Anfang April werden die WM-Dosen für Deutschland im Werk an der Rudolf-Diesel-Straße produziert. Sie werden bedruckt, aber leer angeliefert. Später verlassen sie das Werk in Dorsten palettenweise und gefüllt mit der koffeinhaltigen Limonade, deren Rezeptur streng geheim ist. Etwa 50 Millionen WM-Dosen gehen ab Mai in den Handel. Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck erklärt im Video, wie die WM-Stars in Dorsten abgefüllt werden.

Olympischen Winterspiele in Südkorea, Handball-EM in Kroatien, Leichtathletik-EM in Berlin - das Sportjahr 2018 ist reich an Höhepunkten. Doch die Fußball-WM in Russland überstrahlt alles. Viele Unternehmen wollen vom Markenprodukt "FIFA-WM" profitieren und vermarkten ihre Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit dieser Großveranstaltung. Beim Turnier in Südafrika 2010 soll die FIFA rund 720 Millionen Euro mit dem Verkauf von Markenrechten eingenommen haben. Für Sportartikel, Unterhaltungselektronik, Schokolade und Getränke, um nur einige zu nennen, sind die Weltmeisterschaft die ideale Plattform.

"Weltmeister, das sind wir alle"

Die Sonder-Edition von Coca-Cola hat bei Fans längst Kultstatus. Vor Welt- oder Europameisterschaften bringt der Getränkeriese regelmäßig eine Dose auf den Markt. "FIFA-WM, das sind wir alle", stand vor vier Jahren auf der Dose. Als Jogis Jungs in Brasilien den Titel holten, reagierte Coca-Cola schnell: ""FIFA Weltmeister 2014, das sind wir alle", war auf zwei Millionen Dosen zu lesen, die in Dorsten binnen 36 Stunden nach dem finalen Abpfiff in Rio de Janeiro abgefüllt und für die Auslieferung vorbereitet wurden.

Bei der 24. Coke-Convention in der Dampfbierbrauerei Essen-Borbeck präsentieren am 20. Mai (Pfingstsonntag) Sammler aus Europa, Asien und Übersee ihre Liebhaberstücke und bieten sie zum Kauf oder Tausch an. Auf 800 Quadratmetern können die Besucher internationale Raritäten von 68 Ausstellern und eine große Vielfalt an Sammlerstücken bestaunen.

Veranstalter der Coke-Convention ist Hendrik Schlöns. Zur Convention kam er einst als Besucher, später als Aussteller und Mitveranstalter. Heute verantwortet Schlöns, der auch schon im Coca-Cola Archiv in Atlanta war, die Convention allein. Er organisiert den Veranstaltungsort, lädt Sammler und Aussteller ein und fährt auf andere Ausstellungen in der ganzen Welt, um interessante Kontakte zu knüpfen.

Mehr als 200 Mitarbeiter sind in Dorsten im Drei-Schicht-Betrieb im Einsatz, nur am Wochenende stehen die Bänder für einige Stunden still. Hier werden die klassischen Produkte wie Coca-Cola, Sprite, Fanta und Mezzo Mix produziert - auch als zuckerfreie Varianten. Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck und seine Mannschaft haben arbeitsreiche Wochen hinter sich. Doch sie würden gerne wieder eine spontane Nachtschicht machen. Mitte Juli, wenn Deutschland den Weltmeister-Titel verteidigt hat. Niemand würde sich beschweren, wenn Mario Gomez in der Verlängerung den Siegtreffer erzielen würde. Jener Gomez, den Coca-Cola vor der WM aussortiert hatte.

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