Spielregeln für Jugendliche am 1. Mai

Großes Maitreffen: Behörden mahnen, "Stadtkrone"-Kuratorin bleibt gelassen

Dorsten - Das große Jugendtreffen am 1. Mai auf Maria Lindenhof in Dorsten steht unter besonderen Vorzeichen. Denn dort blüht die ja die "Stadtkrone" auf. Die Kuratorin bleibt allerdings gelassen.

Zur Vorbereitung auf die Freiluft-Party mit Hunderten jungen Menschen war für Polizei, Ordnungs- und Jugendamt der Blick auf den Wetterbericht in der Vergangenheit unerlässlich. Insgeheim hofften die Ordnungshüter auf Regen, Wind und kühle Temperaturen. Das reduziert den Spaß am Feiern bekanntlich, es gibt auch weniger Müll und Ärger.

Doch soweit mag Marion Taube nicht gehen: "Ich freue mich sehr, dass junge Menschen in unserem Stadtpark feiern", sagt die Initiatorin der "Stadtkrone". Und wenn ein paar Blumen zertrampelt werden sollten, "dann ist das eben so. Irgendwann verblühen sie ohnehin."

Ordnungsbehörden zeigen "starke Präsenz"

Es gibt also keine besonderen Regeln für diesen Tag - außer den altbekannten. Stadtsprecher Ludger Böhne sagt wie jedes Jahr: "Ordnungsamt, Jugendamt und Polizei werden mit starker Präsenz verhindern, dass dieser Tag so aus dem Ruder läuft wie im Jahr 2014." Damals kam es am Maifeiertag zu Ausschreitungen und Körperverletzungen. Und hinterher sah es auf Maria Lindenhof aus wie auf einer Müllhalde. Das zu verhindern, ist in knapp zwei Wochen wieder die große Herausforderung. "Geplant sind ab etwa 14 Uhr Jugendschutz- und Alkoholkontrollen", kündigt Böhne an.

Maria Lindenhof genießt seit dem Start des "Stadtkrone"-Projektes besondere Aufmerksamkeit, am 1. Juli werden hier Tausende Dorstener aus allen Himmelsrichtungen erwartet. Doch die "Spielregeln" für ein friedliches Maitreffen gelten unabhängig davon, was sonst so passiert auf der Halbinsel: Jugendliche unter 16 Jahren müssen die Finger vom Alkohol lassen. Rauchen ist erst ab 18 erlaubt. Der Grill, unerlässliches Mitbringsel für viele Maiwanderer, muss auf festem Untergrund stehen, Musik darf die akustische Schmerzgrenze erreichen.

Erwachsene sind auch nicht besser

"Unterbunden und verfolgt werden alle Ansätze von Gewalt, Platzverweise werden konsequent ausgesprochen", mahnt Böhne. Und ja, der Müll sollte ordnungsgemäß entsorgt werden. Das klappt allerdings nur mäßig, lehren die Erfahrungen der letzten Jahre. Marion Taube hat's vor Kurzem erlebt, als sie im Park mit einer Gruppe "sehr netter Jugendlicher" ins Gespräch kam.

Ihr Hinweis, später den Müll mitzunehmen, wurde mit eifrigem Kopfnicken quittiert. Doch am nächsten Tag lagen die Abfälle trotzdem rum. Die zweifache Mutter sagt aber auch: "Ich habe noch auf keinem Dorstener Großfest erlebt, dass Erwachsene weniger Müll machen. Er wird nur stillschweigender weggeräumt."

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