Stadt möchte neue Regelung testen

Freie Fahrt für Radler in der Fußgängerzone

Dorsten - Wer tagsüber mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone fährt, riskiert derzeit ein Bußgeld in Höhe von mindestens 15 Euro. Damit könnte bald Schluss sein.

Die Stadt möchte nämlich Lippestraße, Recklinghäuser- und Essener Straße sowie den Marktplatz und den Platz der Deutschen Einheit für den Radverkehr frei geben. Allerdings nicht während der Wochenmarktzeiten am Montag, Donnerstag und Samstag.

Der Umwelt- und Planungsausschuss wird bei seiner Sitzung am Dienstag (19. Dezember) um 16 Uhr im Rathaus darüber abstimmen. Die Stadtverwaltung weiß um die kritischen Stimmen gegen eine solche Maßnahme: "Diese neue Regelung soll deshalb zunächst auf ein Jahr befristet sein", erklärt Stadtpressesprecherin Lisa Bauckhorn. Und währenddessen von Stadt und Polizei beobachtet werden. Auch die Erfahrungen von Kaufmannschaft, Senioren- und Behindertenbeirat sollen in die Entscheidung einfließen, ob das Radfahr-Verbot anschließend ganz gekippt wird.

Probephase

Allerdings wird bis dahin noch viel Wasser die Lippe hinunterfließen. "Die Probephase wird wohl erst nach dem Komplett-Umbau der Fußgängerzone starten, während der Bauarbeiten macht es wenig Sinn", so Bauckhorn. Vor 2020 ist mit freier Fahrt für Radler also nicht zu rechnen. Denkbar sei laut Bauckhorn jedoch auch, schon nach erfolgter Pflasterung der Lippestraße ab 2019 einen Teilstrang zwischen Lippetor und Markt testweise zu öffnen.

Früher war die Fußgängerzone komplett für Zweiräder tabu, allein, das Rad zu schieben, war gestattet. Seit 2008 ist das Befahren immerhin von abends 19 Uhr bis morgens 8 Uhr erlaubt. Mit einer generellen Öffnung und damit einer verstärkten Bindung von Radfahrern als Kunden könne der lokale Einzelhandel gestärkt werden, glaubt die Stadt. Zumal durch den Verkaufsboom der neuen E-Bikes eine Renaissance des Radfahrens zu beobachten sei - gerade bei Senioren, die mit ihren teuren Zweirädern am liebsten direkt vor das Geschäft fahren wollten.

Unterschiedliche Pflasterung

Darauf weist auch die Kripo Recklinghausen in ihrer Stellungnahme hin. Das Polizeipräsidium befürwortet die Freigabe auch mit dem Argument, eine größere Belebung der Innenstadt sorge für mehr "soziale Sicherheit": Potenzielle Straftäter werden abgeschreckt, da das Entdeckungsrisiko steige.

Durch die vorgesehene farblich unterschiedliche Pflasterung der Fußgängerzone sei es laut Polizei möglich, Radfahrer und Fußgänger zu trennen. Damit beide Gruppen sich wenig ins Gehege kommen, gilt übrigens während der Probephase: Radfahrer dürfen nur Schrittgeschwindigkeit fahren.

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