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Christa Haake verabschiedet sich am Samstag von ihren Wochenmarkt-Kunden.

Am Stadtbrunnen

Christa Haake gibt nach 40 Jahren ihren Marktstand auf

DORSTEN - Ihr Gesicht ist aus dem Dorstener Wochenmarktleben eigentlich nicht wegzudenken. 40 Jahre lang betrieb Christa Haake ihren Obst- und Gemüsestand am Stadtbrunnen. Doch am Samstag ist Schluss: „Man muss ja nicht erst dann aufhören, wenn man nicht mehr laufen kann“, betont die Marktfrau.

65 Jahre alt ist Christa Haake, „da gehen andere ja auch in die Rente“, sagt sie: „Es ist mit den Jahren anstrengender geworden.“ Früher, da habe sie noch mit Ehemann Franz-Josef die Geschäfte geführt. Seitdem er aber vor ein paar Jahren aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten und 2010 auch die eigene Gärtnerei am Lohmannskamp in der Feldmark aufgeben musste, schulterte Christa Haake alleine das Geschäft.

Und das ist nicht ohne. Mindestens zweimal die Woche steht die Dorstenerin in aller Herrgottsfrühe auf, um einen Teil der Waren am Frischemarkt in Essen einzukaufen. „Im Sommer um 3 Uhr“, erzählt sie. Und wenn sie den Marktstand um 13 Uhr abbaut, ist noch lange nicht Feierabend. Dann steht die Abrechnung an, und auch die neuen Einkaufslisten müssen geschrieben werden.

Selbst Gurken gepflückt

Als die eigene Gärtnerei noch existierte, da pflückte Christa Haake nachmittags sogar noch die Gurken, die sie am nächsten Tag auf dem Dorstener und auch auf dem Wulfener Wochenmarkt verkaufte. Ein Teil ihres Saisonsortiments kommt noch immer von der Dorstener Scholle, von Bauern aus Altendorf-Ulfkotte. „Früher vom Hof Balster, doch der hat aufgehört.“ Die Erdbeeren bezieht sie vom Hof Schulte-Kellinghaus, den Spargel vom Hof Dalhaus und die Kartoffeln vom Hof Schulte-Hemming.

Christa Haake weiß aus eigener Erfahrung, dass sich das Wochenmarkt-Geschäft im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. „Es ist weniger geworden.“ Das liege aber nicht nur an der Konkurrenz der Supermärkte und Discounter. „Die Leute kochen weniger“, sagt sie. „Die älteren Kunden kommen weiterhin, die Jüngeren bleiben aber aus.“

Christa Haake hat beobachtet: Es gibt mehr Mütter als früher, die arbeiten gehen müssen. „Und die Kinder werden mit Mittagessen von der OGS versorgt.“ Früher musste Christa Haake überlegen, wie viele Kisten Kohlrabi sie morgens in den Transporter packt. „Heute komme ich mit einer Kiste über die Woche.“

Nachfolger Bauer Dalhaus

Die Markthändlerin erzählt, dass die Familie ihres Mannes bereits in den 1930er-Jahren auf dem Wochenmarkt stand. Eine große Abschiedszeremonie wird es am Samstag aber nicht geben, „Das ist nicht so mein Ding.“ Bei Christa Haake ist zunächst Urlaub angesagte und dann will sie ihren Standnachfolger in den ersten Wochen hin und wieder unterstützen: Bauer Dalhaus aus Altendorf-Ulfkotte. „Der hat dann auch sein leckeres Brot im Angebot“, wirbt Christa Haake nicht nur bei ihrer Stammkundschaft, dem Markt-Standort Stadtbrunnen weiterhin die Treue zu halten.

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