Stellungnahme

Kindesmisshandlung mit Todesfolge: Stadt Dorsten weist Vorwürfe zurück

Die Stadt Dorsten hat am Freitag in einer Stellungnahme die Berichterstattung der Dorstener Zeitung zum Fall "Lukas" kritisiert.

Zum Bericht der Dorstener Zeitung über das zu Tode misshandelte Kind Lukas bezieht die Stadt Dorsten Stellung. Die Stadt widerspricht darin unserer Darstellung.

Sie schreibt, dass "die zitierten Behauptungen in weiten Teilen unrichtig oder verzerrend sind und insgesamt ein falsches Bild wiedergeben".

In der Stellungnahme heißt es, dass richtig an der Berichterstattung sei, dass "von der Großmutter ein Hinweis auf eine vermutete Kindswohlgefährdung gegeben wurde". Die Stadt kritisiert, dass die berichterstattende Redakteurin im Rahmen ihrer Recherchen abstrakt gefragt habe, "was in einem solchen Fall passiert": "Diese Darstellung wird hier nicht im Zusammenhang mit dem konkreten Vorwurf verwendet, sondern in einem separaten Artikel."

Die Stadt sagt: "Beim Abgleich von Vorwurf der Großmutter und städtischem Handlungserfordernis wäre klar zu erkennen gewesen, dass bei einem solchen Vorwurf immer gehandelt wird:

"Kann eine akute Kindeswohlgefährdung nicht ausgeschlossen werden, erfolgt eine umgehende Überprüfung der Meldung durch zwei erfahrene Fachkräfte im Vieraugenprinzip. Hierbei ist die Inaugenscheinnahme des Kindes ein wesentlicher Bestandteil der Überprüfung.

Dies führt oftmals dazu, dass eine Überprüfung bei einem Hausbesuch geschieht. Nach Möglichkeit soll im Zusammenspiel mit den Sorgeberechtigten diese Überprüfung erfolgen. Dabei werden ihnen auch Jugendhilfeangebote dargestellt und Unterstützung angeboten.

Sind eindeutige Hinweise auf akute Kindeswohlgefährdung festgestellt worden und Eltern nicht in der Lage oder mitwirkungsbereit, den Schutz des Kindes zu gewährleisten, wird eine Herausnahme als letztes Mittel unvermeidbar."

Auch im Fall von Lukas sei exakt so gehandelt worden. Staatsanwaltschaften prüften automatisch im Zusammenhang mit dem Strafprozess des Täters, ob Mitarbeitern von Jugendämtern schuldhaftes Verhalten vorgeworfen werden kann. "Auch in diesem Fall wurde die Akte angefordert und geprüft. Ein Ermittlungsansatz wurde dabei nicht festgestellt", heißt es in der Stellungnahme.

Stadt: Zu keinem Zeitpunkt eine Kindswohlgefährdung

Aus Sicht der Stadt bleibt festzuhalten, dass "es zu keinem Zeitpunkt eine Kindeswohlgefährdung gab und es keinen Anlass gab, den Jungen von der Mutter zu trennen". "Die tragische Tötung des Jungen, die auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes Bestürzung ausgelöst hat, geschah nicht in Dorsten, sondern erst nach dem Wegzug der Kindsmutter in eine andere Stadt".

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