Störche

Jungstörche Ludger, Berni und Heinz im Hervester Bruch wurden beringt

Die drei Jungstörche aus dem Hervester Bruch wurden am Mittwoch beringt: Sie heißen Ludger, Berni und Heinz, benannt nach ihren Paten Ludger Brüninghoff, Berni Grewer und Heinz Schnieders.

Die Beringung erfolgte kurz bevor die Jungstörche flügge werden. Die Beringer nutzen dabei die Akinese, den natürlichen Todstellreflex der Jungstörche, aus. Die Alttiere flogen bei der Beringung zwar vom Horst auf, kehrten aber nach Beendigung der Aktion zurück und kümmerten sich weiter um den Nachwuchs.

Beringung bedeutet Stress, schadet aber nicht

"Durch das gezielte Ablesen beringter Vögel konnten im Laufe der Jahrzehnte umfangreiche Informationen zu Ortstreue, Partnertreue, Lebensdauer, Zugrouten und Todesursachen gesammelt werden", erklärt Volker Schulte-Bunert, 2. Vorsitzender des Heimatvereins Dorf Hervest. "Die Beringung bedeutet zwar Stress für die Tiere, aber schadet ihnen nicht. Ansonsten würden die Störche nicht in jedem Jahr wiederkommen und hier im Hervester Bruch brüten."

Dutzende Schaulustige kamen in das Naturschutzgebiet am Brauckweg, um aus der Ferne mitzuerleben, wie die Jungstörche beringt werden. "Die Menschen beobachten gern die Störche, weil sie Tiere mit starkem Symbolcharakter sind", so Volker Schulte-Bunert. Der Storch symbolisiert Fruchtbarkeit, Wachstum und Kindersegen. Darüber hinaus steht er für das Reisen und das Weiterziehen.

Alttiere umkreisten nervös das Nest

Mit einem raupenbetriebenen Hubsteiger näherten sich die "Beringer" langsam dem Storchennest. Die Storcheneltern beobachteten die Eindringlinge sichtlich nervös. Erst als der Hubsteiger ausgefahren wurde, flogen die Alttiere auf. Während der gesamten Beringung umkreisten sie das Nest. Die Schaulustigen hatten ihren Spaß: "Gleich gibt es Saures für die Leute auf dem Hubsteiger."

Gab es aber nicht, stattdessen Süßes für die Beobachter: Die Storchenpaten gingen mit Likör herum und schenkten jedem ein. "Das gehört zur Beringung dazu", so Günter Scheuch, Schatzmeister des Heimatvereins Dorf Hervest. "Die Storchenpaten müssen einen ausgeben."

Die nächste Beringung im zweiten Nest im Hervester Bruch ist für die kommende Woche geplant. Günter Scheuch verriet: "Da wird Bürgermeister Tobias Stockhoff einer der Storchenpaten sein."

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