Theateraufführung

Heiner Lauterbach und Dominique Lorenz gastierten mit Stück in Dorsten

Heiner Lauterbach und Dominique Lorenz gastierten am Montagabend mit dem Stück "Jahre später, gleiche Zeit" in der Aula der St.-Ursula-Realschule und boten dem Publikum feinstes Theater.

George und Doris verbringen im Jahr 1950 eine leidenschaftliche Nacht miteinander. Beide sind auf Reisen, beide sind verheiratet und haben Kinder - und beide sind eigentlich zufrieden mit ihrem jeweiligen Familienleben. Trennung kommt also nicht in Frage. Sie beschließen, sich jedes Jahr zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu einem Seitensprung wiederzutreffen.

Spagat zwischen Familie und Affäre

Das Theaterstück "Jahre später, gleiche Zeit" der Komödie im Bayrischen Hof beginnt mit dem 25. Jubiläum dieser außergewöhnlichen Beziehung und beobachtet sie über 17 Jahre. Das Publikum in der fast ausverkauften Aula verfolgte den Spagat von George und Doris zwischen Familie und Affäre, ebenso ihre Gewissensbisse, Reibungen, Konflikte, Versöhnungen. Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte.

Heiner Lauterbach und Dominique Lorenz als Darsteller boten dem Publikum eine feine Mischung aus Witz, Freude, aber auch Tiefgang bis Trauer und sehr viel Lebensweisheit über den menschlichen Dauerbrenner Liebe. "Jahre später, gleiche Zeit" ist die Fortsetzung von "Nächstes Jahr, gleiche Zeit" (1998/99 auf dem Spielplan) und erzählt mit denselben Darstellern vom dem sich beim Seitensprung periodisch treffenden Paar George und Doris.

Aus kribbelnder Affäre wurde Vertrautheit

In dieser Fortsetzung ist aus der kribbelnden Affäre Vertrautheit geworden - George und Doris bilanzieren über Sorgen, Krankheiten, Familie und Fauxpas. Sie zeigen sich gegenseitig die Bilder ihrer Kinder und erzählen auch von ihren Ehepartnern. Persönliche, familiäre und eheliche Probleme sparen sie nicht aus. So nimmt der eine am Alltag des Anderen teil. Doris ist inzwischen Fernsehköchin. Gleichzeitig zerbricht ihre Ehe und die Tochter zerstört sich mit Drogen. George ist nun Witwer und nach einer Affäre mit einer Hippie-Astrologin noch einmal Vater. Später verliert er seinen Job.

Zwischen Herz, Hirn und Humor

Das Zweipersonenstück pendelt zwischen Herz, Hirn und Humor. "Du rauchst nicht, du trinkst nicht, du isst kein Fleisch - irgendwann wirst du es bereuen. Spätestens dann, wenn du im Krankenhaus liegst und an nichts stirbst." Bis zum Happy End mit 70 schlagen sie sich ihre Schicksale in pointierten Dialogen um die Ohren. "Es gibt drei Stadien im Leben: Jung, reif und du siehst gut aus."

Zu Beginn des Theaterstücks treffen sie sich 1976 zum 25-jährigen Jubiläum, zum Schluss 1993 kennen sie sich bereits seit 42 Jahren. Warum sich George und Doris trotz vieler extremer Gegensätze zueinander hingezogen fühlen, bleibt aber letztlich offen. Der Stoff wirft interessante Fragen über Zwischenmenschlichkeit auf, ohne sie zu beantworten. Eine Parallelbeziehung als Ergänzung der bestehenden Partnerschaft?

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