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Verzweifelt suchen die Flüchtlinge eine neue Heimat.

Zum Thema Flucht

Dreharbeiten zu "A Walk in the Dark" haben begonnen

Östrich - Sie sind erschöpft, stolpern über ihre eigenen Füße. Eine Frau fällt hin. Sie wird einfach liegen gelassen. Die anderen haben keine Kraft mehr, ihr zu helfen. Sie wollen nur noch weg - aus Deutschland. Denn in dem Film "A Walk in the Dark", dessen Dreharbeiten in Dorsten begannen, ist der Krieg ganz nah.

Denn Krieg kann überall passieren, jedem. "Das vergessen viele und können sich nicht vorstellen, wie das ist, plötzlich in ein fremdes Land zu fliehen. Das ist kein Spaziergang", sagt Regisseur Wayne A. Graves. Damit das deutsche Kinopublikum die Situation der Flüchtlinge besser versteht, hat die AWO-Jugendgruppe Gelsenkirchen gemeinsam mit der Produktionsfirma "Quest Media" den Kriegsschauplatz nach Deutschland verlegt und deutsche Statisten für den Film gesucht.

Dorstener sind mit dabei

Einer, der sich gemeldet hat, ist Marius Fröse. Der Dorstener wohnt ganz in der Nähe des Feldes in Östrich, auf dem gedreht wird, und findet es "selbstverständlich" mitzumachen. "Man muss sich mit so einem Thema und der aktuellen Situation auseinandersetzen", findet er. Das sehen auch Norbert Talaga und seine Frau Marina so. "Als Außenstehender kann man die Situation gut wegschieben. Vielleicht versteht man durch den Film viele Sachen besser", sagt der 1. Vorsitzende des Dorstener AWO-Stadtverbandes.

Gemeinsam mit den anderen Statisten - auch "echte" jugendliche Flüchtlinge sind unter ihnen - laufen die drei immer wieder über das Feld in Östrich, ziehen alte Koffer hinter sich her, stützen sich auf Stöcke, halten Kuscheltiere fest in der Hand.

Mit Kamera und Drohne

Aus verschiedenen Perspektiven wird die Gruppe von Kamera und Drohne eingefangen. Am Ende werden die Bilder so zusammengeschnitten, dass der Eindruck einer großen Menschengruppe entsteht, die ihr Ziel fast erreicht hat. Im Detail erzählt der Film sechs Geschichten von Flüchtlingen. Fiktiv, aber nahe an der Realität. "Wir haben mit vielen Flüchtlingen gesprochen, die uns ihre schlimmen Geschichten erzählt haben. Eltern, die an der Grenze festgehalten wurden und ihren Kindern nur noch zurufen konnten: Lauft'", erzählt Wayne A. Graves. "Es waren ganz unterschiedliche Erfahrungen, die die Menschen gemacht haben, aber es ist doch immer wieder die gleiche Geschichte: Keiner wollte weg und alle vermissen ihr Zuhause."

Auch in Gelsenkirchen und Bottrop wird in den Herbstferien noch gedreht. Wer da dabei sein möchte, meldet sich bei Cirsten Piduhn, Tel (0176) 32110149, E-Mail: info@questmedia."A Walk in the Dark" wird im Frühjahr im Apollo-Kino in Gelsenkirchen präsentiert.

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