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Der aus den Niederlanden angerollte Eier-Skandal verunsichert die Verbraucher auch in Dorsten.

Umfrage in Dorsten

Eier-Skandal: Das sagen Bäcker und Händler

Dorsten - Wo kriege ich „gesunde“ Eier her, und kann ich eigentlich noch guten Gewissens Kuchen in der Bäckerei um die Ecke kaufen? Der Lebensmittelskandal um die mit dem giftigen Insektizid Fipronil belasteten Eier verunsichert die Verbraucher. Wir fragten bei Bäckereien und Eierlieferanten in Dorsten nach, wie sich der Skandal auf ihr Alltagsgeschäft auswirkt.

„Wir haben alle Kennzeichnungen durchgecheckt und das Okay von unserem Lieferanten bekommen“, sieht sich Julia Imping von der Bäckerei Kleinespel/Imping auf der sicheren Seite. Die Lieferungen stammten alle aus Dorsten (Hardtberg) und Umgebung. Rund 8000 Eier pro Woche verarbeitet der Betrieb – „die landen dann als Rührei auf dem Frühstücksteller, hart gekocht auf dem belegten Brötchen und natürlich flüssig im Teig für Kuchen, süße Brötchen und Brote, wie beispielsweise dem Rosinenstuten“, zählt Julia Imping auf.

"Wir haben direkt alles noch mal kontrolliert"

Auch Theo Sanders , der drei Bäckereigeschäfte in Dorsten und eins in Lippramsdorf betreibt, gibt für seinen Betrieb Entwarnung: „Wir beziehen unsere Eier aus dem Münsterland, haben aber direkt alles noch mal kontrolliert“, bestätigt der Chef. Bislang seien es nur vereinzelte Kunden, die besorgt nachfragten, ob der Kauf der Bäckereiprodukte unbedenklich sei. Denen antworten die Verkäuferin das, was ihnen die Chefin anlässlich des Eierskandals in die interne WhatsApp-Gruppe geschrieben hat: Keine Bedenken!

„Was nicht in die Eier reingehört, darf da auch nicht rein“, stellt Theo Sanders den Verbraucherschutz ganz oben an. Angesichts der Kreise, die der Skandal mittlerweile gezogen habe, gehe er aber davon aus, dass die Lebensmittelüberwachung jetzt hochsensibilisiert sei und mit starken Kontrollen das Problem schnell aus der Welt zu schaffen suche.

"In der Lieferkette sind keine belasteten Eier dabei"

Bei Eierhändler Stefan Schroer (Feldmark) erkundigt sich zurzeit jeder zweite Kunde, was los ist. „Ich kann sie beruhigen. Wir haben sofort alle Stellen angeschrieben: In der Lieferkette sind keine belasteten Eier dabei.“

„Verdoppelt hat sich der Verkauf nicht gerade, aber wir verspüren in unserem Bio-Hofladen schon einen größeren Zulauf“, stellt Heiner Schulte von Schulte’s Hof in Rhade an der Schützenstraße fest. Viele Kunden seien verärgert und würden nun gezielt Bio-Eier kaufen. „Wir können 100 Prozent Unbedenklichkeit attestieren, da die Kontrollen im Bio-Bereich engmaschig sind“, sagt Schulte, der kürzlich sein „Hühnermobil“ in Betrieb nahm (wir berichteten).

Egal welchen Schuldigen die noch laufenden Ermittlungen ausfindig machten: „Die Urheber des Skandals müssen bestraft werden“, fordert Heiner Schulte, der Sache auf den Grund zu gehen.

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