Umfrage der Stadt

Veranstaltungen locken an verkaufsoffenen Sonntagen

Dorsten - In Berlin sorgt das Thema Sonntagsöffnung derzeit für Ärger: Das Verwaltungsgericht hat drei geplante verkaufsoffene Sonntage gekippt. In Dorsten sind die Gewerkschafter offenbar nicht so pingelig.

Dass zum Beispiel zwei Rewe-Geschäfte an Heiligabend - einem Sonntag - öffneten, juckte augenscheinlich niemanden. Thomas Hein hat lange nichts von Verdi gehört - und fühlt sich bestätigt. "Ich habe ja immer gesagt, dass die Menschen an solchen Tagen vor allem wegen der Veranstaltungen kommen", sagt der Vorsitzende der Dorstener Interessengemeinschaft Altstadt (DIA).

Ergebnisse

Umfragen geben ihm recht. Bei sieben verkaufsoffenen Sonntagen im vergangenen Jahr hat die Stadtverwaltung Passanten nach dem Grund ihres Besuchs gefragt. "Im Ergebnis war stets die jeweilige Veranstaltung vorrangiges Besuchsmotiv", bestätigte Stadtsprecherin Lisa Bauckhorn auf Anfrage. "Die Ladenöffnung war nachrangig." Ausschließlich wegen der Ladenöffnung kamen ihren Angaben zufolge beispielsweise zum Altstadtfest lediglich acht Prozent der Befragten, zum Blumenfest in Holsterhausen knapp vier Prozent, zum Bergfest in Hervest etwa 15 Prozent.

Gewerbegebiet Ost

"Die Auswertung zeigt deutlich, dass die jeweiligen Veranstaltungen eine große Anziehungskraft haben", so Bauckhorn. Und damit sind die Händler wohl auf der rechtlich sicheren Seite. Pech haben die Unternehmen im Gewerbegebiet Ost, die nicht mehr öffnen dürfen, wenn in der Altstadt Sonntags-Shoppen angesagt ist. Denn es fehlt die räumliche Nähe. Dass die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung mehr verkaufsoffene Sonntage zulassen will, spielt für die DIA keine Rolle.

Politische Entscheidung

"Mehr als vier verkaufsoffene Sonntage sind nicht nötig", glaubt Thomas Hein. Und so hat er beantragt, dass bei "Dorsten is(s)t mobil" (8. April), beim Altstadtfest (3. Juni) und Herbstfest (7. Okotber) sowie beim Lichterfest (11. November) die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr öffnen dürfen. "Aus anderen Stadtteilen liegen noch nicht alle Anträge vor", bestätigte Stadtsprecherin Bauckhorn. Im März fällt die politische Entscheidung. Es dürfte sich um eine Formalie handeln.

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