Umgekippte Bäume und gesperrte Straßen

So wütete das Sturmtief Friederike in der Stadt Dorsten

Dorsten - Sturmtief Friederike hat in NRW gewütet - auch Dorsten war betroffen. Die Züge fuhren nicht, Kinder mussten nicht zur Schule, teilweise funktionierte der Notruf 112 nicht, zahlreiche Bäume sind umgefallen und blockierten die Straßen. Alles zum Sturm in Dorsten finden Sie hier.

Feuerwehreinsätze und Sturmschäden:

Bei der Feuerwehr war das Einsatzaufkommen so stark, dass die Pressestelle noch keine genauen Auskünfte geben konnte. Schon um 11 Uhr waren alle Löschzüge im Einsatz.

Redaktionsleiter Stefan Diebäcker fasst den Tag in einem Video zusammen:

Insgesamt gab es bis abends rund 160 Eisätze. "Ab Einsetzen des Sturms standen die hauptamtliche und freiwillige Feuerwehr Dorsten mit rund 150 Einsatzkräften im Vollalarm, unterstützt von Mitarbeitern des Tiefbauamtes der Stadt und Kräften des Technischen Hilfswerks (THW). Einsatzgründe waren ausschließlich umgefallene Bäume, die geräumt werden müssen sowie Gebäudeschäden (herabfallende Ziegel) ", heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Außerdem im Einsatz sind der Bauhof der Stadt mit 30 Mitarbeitern und die Stadtgärtnerei mit zehn Mitarbeitern. Menschen wurden nicht verletzt.

Einen Überblick über alle Feuerwehreinsätze im Kreis Recklinghausen gibt es hier.

Auch in der Alleestraße gab es Probleme: Ein großer Baum war auf dem Parkplatz gegenüber dem Seniorenzentrum "Haus am Kamin" umgestürzt, hatte ein Auto unter sich begraben und ein weiteres Auto beschädigt.

Anwohner Manfred Fochler konnte allerdings über die Nummer 110 und 112 Polizei und Feuerwehr nicht erreichen. Die Erklärung gab der Kreis Recklinghausen in einer Pressemittelung: Es gab am Vormittag Ausfälle der Nummer 112. in dringenden Fällen sollten Betroffene den Notruf der Polizei bemühen. Um 14.55 Uhr gab es aber Entwarnung: Die 112 läuft seitdem wieder stabil.

Polizeisprecher Michael Franz sagte um 13.45 Uhr: "Das ist heute wirklich eine besondere Situation. Da stoßen Polizei und Feuerwehr auch an ihre Grenzen." Wie die Kreis-Pressestelle mitteilte, waren in den ersten beiden Unwetter-Stunden schon 600 sturmbedingte Notrufe bei der Kreisleitstelle eingegangen.

In der Stadt Dorsten ist es zu einigen Schäden gekommen. Einen Überblick haben wir in unserer Fotostrecke.

Verkehr in Dorsten:

Einen Überblick über die Straßensperrungen im Kreis Recklinghausen gibt es in einem Online-Geoatlas des Kreises Recklinghausen

Züge fuhren auch nicht in Dorsten. Die Deutsche Bahn hatte mitgeteilt, dass sie der Bahnverkehr in NRW wegen des Sturms eingestellt ist. "Der Verkehr wird, sobald es die Wetterlage zulässt, schnellstmöglich wieder aufgenommen", hieß es in der Pressemitteilung.

Die Nordwestbahn hatte über den Kurznachrichtendienst Twitter schon am Morgen mitgeteilt, dass zwischen Dorsten und Bottrop wegen Sturmschäden keine Züge fahren. Betroffen waren die Linien RB 44 (Der Dorstener) und der RE 14 (Der Borkener).

Der Busverkehr lief. "Durch Verkehrsbehinderungen infolge des Sturms kommt es aber auf vielen Linien zu Verzögerungen im Fahrplan", teilte die Stadt mit.

Schäden an öffentlichen Gebäuden:

Laut Stadtverwaltung kam es zu einigen Beschädigungen an öffentlichen Gebäuden. "Am Rathaus und am Verwaltungsgebäude Bismarckstraße lösten sich Teile der Attikaverkleidung. An der Agatha- und der Antoniusschule richtete der Sturm Dachschäden an. An den Sporthallen Petrinum und Geschwister-Scholl-Schule wurden Oberlichtet beschädigt, an der Scholl-Schule konnte Wasser eindringen. Und am Kindergarten Theodor-Heuss-Straße stürzte eine Straßenlaterne um. An der Notunterkunft Bochumer Straße (Altes Petrinum) wurde das Flachdach beschädigt", heißt es in einer Pressemittelung. Außerdem wurden drei städtische Friedhöfe gesperrt: Waldfriedhof Schultenfeld in Wulfen, Waldfriedhof Tüshausweg in Holsterhausen und Friedhof Plaggenbahn Hardt.

Das sagt der Dorstener Förster:

Wie der Kreis Recklinghausen mitteilte, hat der Landesbetrieb Wald und Holz NRW per Ordnungsbehördlicher Verordnung alle Wälder im Kreis Recklinghausen gesperrt. Diese Sperrung gilt bis zum 28. Januar 2018, 24 Uhr.

Das gilt natürlich auch für die Wälder in Dorsten. Insbesondere für den Stadtwald Barloer Busch. Da, so sagt Christian Pfeifer, Förster des Landesbetrieb Wald und Holz NRW, herrsche im Moment "absolute Lebensgefahr". Umgekippte Bäume versperren die Wege, überall hängen noch lose Äste herab. "Ich musste schon drei Leute des Waldes verweisen", erzählte der Förster am Donnerstag.

Insgesamt sei Friederike aber nicht so schlimm gewesen wie Kyrill. "Es gab kaum flächige Würfe, sondern überwiegend Einzelwürfe", sagt der Experte und ist zuversichtlich, dass der Wald sich bald wieder erholt. "Das kriegen wir hin, dafür bin ich da."

Schulen in Dorsten:

Kinder mussten bei dem extremen Wetter nicht zur Schule gehen. Laut NRW-Bildungsministerium entscheiden die Eltern selbst, ob der Weg zur Schule zumutbar ist. So reagieren die Dorstener Schulen auf den Sturm:

St.-Ursula-Gymnasium: Die Schule verweist auf ihrer Homepage auf die Weisung des Bildungsministeriums. "Diese Regelungen finden auch für das St.-Ursula-Gymnasium Anwendung", heißt es dort.

Petrinum Dorsten: Auch das Gymnasium Petrinum weist auf seiner Homepage darauf hin, wie mit dem Sturm umgegangen wird. "Ab der 2. Stunde (9 Uhr) stellt das Gymnasium Petrinum heute den Unterricht ein, damit für alle Schülerinnen und Schüler ein sicherer Heimweg gewährleistet ist", steht dort.

Gesamtschule Wulfen:Die Schule teilt auf der Homepage mit, dass auch hier die Weisung gilt, dass Eltern für ihre Kinder entscheiden, ob sie zur Schule kommen oder nicht. Kommen die Kinder nicht, sollte am nächsten Tag eine schriftliche Bescheinigung der Eltern mitgebracht werden.

Dietrich-Bonhoeffer-Hauptschule: Auf Anfrage der Dorstener Zeitung teilte die Schule mit, dass am Morgen alle Kinder, die gekommen waren, wieder nach Hause geschickt wurden - sodass der Heimweg am Nachmittag nicht zum Problem wird. Sollte das ein Problem sein, wäre die Betreuung in der Schule allerdings auch kein Problem. Die Lehrer waren alle da.

Realschule St. Ursula: Nach der zweiten Schulstunde war Schluss in der Realschule St. Ursula. Die meisten Schüler wurden dann von ihren Eltern abgeholt. Es gibt aber auch eine Aufsicht für die, bei denen das noch nicht möglich war.

Grundschulen: Auch in den Dorstener Grundschulen ist es den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder wegen des Sturms frühzeitig abholen. Trotzdem läuft an beiden Standorten der Agathaschule, an der Augustaschule, der Pestalozzischule, der Grünen Schule und der Bonifatiusschule Unterricht für die Kinder, die gekommen sind.

An der Agathaschule waren ungefähr 60 Prozent der Kinder da. Sie durften allerdings nicht nicht mehr raus und mussten im Gebäude bleiben - Dachpfannen flogen von Dach.

An der Antoniusschule war der Ratschlag an die Eltern, die Kinder, die am Morgen gekommen waren, möglichst bis 10 Uhr wieder abzuholen. Wo das nicht möglich war, gab es aber die Möglichkeit, in der OGS zu bleiben.

Kindergärten: Auch einige Kindergärten reagieren auf den Sturm. Zum Beispiel hat der Kindergarten Wittenbrink in Wulfen alle Eltern gebeten, die Kinder wieder abzuholen.

Der Wochenmarkt:

Wegen des Sturms ist der Wochenmarkt in Dorsten am Donnerstag ausgefallen.

"Brief und mehr" stellt Abholung ein:

Der Briefdienst "Brief und mehr" hat mitgeteilt, dass er am Sturm-Tag die Abholung der Briefe bei Geschäftskunden einstellt. Ab Freitag soll aber wieder alles laufen wie gewohnt.

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