Video vom Besuch in der Eierfärberei

So werden Ostereier für die Dorstener gefärbt

Dorsten - Kein Osterfest mit der Familie kommt ohne sie aus: bunte Eier. Viele Tausend hat Landwirt Andreas Vortmann in den Wochen vor Ostern in die Eierfärberei Hellgrewe gebracht. Wir sind mitgefahren und haben ein Video gemacht.

Bunte Eier, die werden längst nicht nur vor Ostern von den Kunden gewünscht. "Wir lassen das ganze Jahr durch etwa 2000 Eier in der Woche färben", erzählt Andreas Vortmann. Sie sind nachgefragt, nicht nur im Hofladen. Dafür gibt es zwei Gründe: "Sie sind schon gekocht und durch die Lackschicht 35 Tage nach Färbedatum haltbar", sagt der Landwirt. "Bäckereien, die belegte Brötchen anbieten, nehmen sie gerne. Sie können die Hälften schnell frisch belegen und haben nichts über. Auch Handwerker nehmen die Eier gerne für die Pause mit", berichtet Dorothee Vortmann.

Braune Eier für die SPD

Eigentlich lassen die Vortmanns nur weiße Eier von jungen Hühnern der Größe M färben. "Erstens ist die Schale am stabilsten und die Farbe ist so, wie die Kunden sie wünschen", sagt Dorothee Vortmann. Eine Ausnahme sind die Eier der SPD, die diese - ebenso wie Orts- und Stadtverbände der CDU und FDP - bei den Vortmanns in Auftrag gibt. "Die Eier der SPD müssen ja rot werden. Die weißen Eier werden durch die rote Farbe aber pink. Also lege ich für die SPD braune Eier zurück, die schön rot werden", sagt Dorothee Vortmann.

Jahrzehntelange Erfahrung

Auch wenn das ganze Jahr über farbenfrohe Eier gewünscht werden, ist Ostern die Nachfrage natürlich auf dem Höhepunkt. Immer wieder schellt bei Andreas Vortmann in den Wochen vor Ostern das Telefon und Supermärkte ordern noch gefärbte Eier nach. Woher weiß der Landwirt denn, wie viele Eier er zu Ostern vorrätig haben muss? "Ich lebe seit 50 Jahren auf diesem Hof. Seitdem verkaufen wir gefärbte Eier", verweist Andreas Vortmann auf seine langjährige Erfahrung.

"Außerdem arbeiten wir mit vielen Kunden seit Jahren zusammen und schreiben große Bestellungen auf." Damit könne man ganz gut kalkulieren. "Wir haben erst in einem Jahr mal viel zu viele Eier gehabt, sonst eigentlich immer eher zu wenig", sagt Andreas Vortmann und erinnert sich an die Auswirkungen fürs eigene Osterfrühstück: "Es kommt schon vor, dass wir Ostersonntag morgens noch in unseren Stall gehen, uns Eier holen und sie noch schnell färben, weil wir kein einziges gefärbtes Ei mehr in Laden und Lager haben."

Nicht zu stark bremsen

In den Wochen vor Ostern fährt Andreas Vortmann nicht mehr nur einmal, sondern oft zweimal die Woche zur Eierfärberei Hellgrewe nach Borken-Marbeck. 14.000 Eier werden dort pro Stunde in drei Maschinen gekocht, gefärbt und gestapelt. Andreas Vortmann hat im Lieferwagen auch immer mehrere Tausend Eier mit dabei.

Zu scharf bremsen oder in die Kurven fahren, sollte man damit jedoch nicht, weiß der Landwirt aus leidiger Erfahrung. Andreas Vortmann: "Bevor wir einen Lieferwagen hatten, habe ich die Eier mit dem Familienauto zur Färberei gefahren. Da habe ich einmal ein bisschen stark gebremst und dann hatten wir Rührei. Und zwar auf den Sitzen mit Stoffbezug. Das hat man noch Monate gerochen, obwohl wir das Auto am gleichen Tag noch sauber gemacht haben."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Von der Straße abgekommen: Mitfahrer stirbt nach schwerem Unfall am Leveringhäuser Teich
Von der Straße abgekommen: Mitfahrer stirbt nach schwerem Unfall am Leveringhäuser Teich
Nach dem Protest gegen AfD-Veranstaltung in Herten gibt es erste Konsequenzen
Nach dem Protest gegen AfD-Veranstaltung in Herten gibt es erste Konsequenzen
Straßensperrung sorgt für lange Staus und jede Menge Autofahrer-Frust
Straßensperrung sorgt für lange Staus und jede Menge Autofahrer-Frust
Polizei fahndet nach Diebstahl in Bottrop mit Fotos: Wer kennt die beiden Tatverdächtigen?
Polizei fahndet nach Diebstahl in Bottrop mit Fotos: Wer kennt die beiden Tatverdächtigen?

Kommentare