Zollfahnder unterwegs

Einsatz wegen Schwarzarbeit lief ins Leere

Hervest - Mit zwei grün-weißen Einsatzfahrzeugen düste die Zollfahndung am Dienstag durch die Kreisverkehre im Dorstener Ortsteil Hervest. Doch der Schnellzugriff wegen Schwarzarbeit lief ins Leere.

"Wir hatten einen anonymen Hinweisgeber, deshalb sind wir nach Dorsten raus", sagte ein Sprecher des für Dorsten zuständigen Hauptzollamtes Dortmund auf Anfrage der Redaktion. Der Hinweis, dass ein Dorstener Betrieb womöglich schwarzarbeiten lässt und damit gegen das Steuer- und Sozialversicherungsrecht verstößt, verdichtete sich nicht. "Wir konnten in der fraglichen Firma niemanden antreffen."

Deutlich ergiebiger war dagegen ein Schwerpunkteinsatz der Zollfahnder am 19. April 2018 in Dorsten. Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Dortmund überprüften seinerzeit eine Baustelle in Dorsten. Damals wurden zwölf Männer aus Serbien vorläufig festgenommen und auf der Baustelle vernommen.

Gegen sie wurden Strafverfahren wegen des Verdachtes, sich illegal im Bundesgebiet aufzuhalten, eingeleitet. Den Arbeitgeber erwarten Verfahren wegen der Beihilfe zum illegalen Aufenthalt und der illegalen Beschäftigung von Arbeitnehmern ohne gültige Arbeitsgenehmigung. Das geht aus einer Pressemitteilung des Hauptzollamtes Dortmund hervor.

Schwarzarbeit ist ein Ärgernis

Schwarzarbeit ist nicht nur für Sozialversicherungsträger und Steuerbehörden ein unentwegtes Ärgernis. Denn auch für die Arbeitnehmer birgt Schwarzarbeit ein hohes Risiko. Am Montag (9. Juli) berichtet eine Mitarbeiterin der Entwicklungsgesellschaft für Erziehung, Bild und Arbeit, eine der tragenden Säulen des Bündnisses zur Bekämpfung von Schwarzarbeit im Land, im Dorstener Sozialausschuss über die Schattenseiten der Schwarzarbeit.

Die Schattenseiten der Schwarzarbeit

Denn Arbeitnehmer leiden unter Dumpinglöhnen, prekären Arbeitsverhältnissen und illegaler Beschäftigung. Sie zahlen für die Schwarzarbeit im Krankheitsfall oder bei Unfällen einen hohen Preis.

"Es ist nicht ungewöhnlich, dass wir anonyme Hinweise auf fragwürdige Beschäftigungsverhältnisse bekommen", sagte die Behördensprecherin. Jeder Hinweis werde zunächst aber auf "seine Qualität" überprüft. "Wir können ja nicht einfach losdüsen", sagt die Sprecherin. Das Hauptzollamt Dortmund mit seiner Unterabteilung "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" sei für die Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen und Herne, den Ennepe-Ruhr-Kreis, Märkischer Kreis, Kreise Olpe, Kreis Recklinghausen, Siegen-Wittgenstein und Kreis Unna zuständig.

Die Ermittlungen dauern an.

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