Zweites Unternehmen verlässt Bottrop in Richtung Dorsten

Bottroper Logistiker verlegt Firmensitz nach Dorsten

Dorsten - Die Spedition Bombeck verlässt Bottrop. Zum zweiten Mal in kurzer Zeit findet eine Firma aus der Nachbarstadt in Dorsten ein geeignetes Grundstück.

Die Wirtschaftsförderer in Bottrop haben derzeit einen schweren Stand. Vor wenigen Wochen kündigte der Kunststoffhandel Rexin seinen Umzug auf die ehemalige Zechenfläche in Hervest an, jetzt folgt das Logistikunternehmen Bombeck. Geschäftsführer Ludger Elemans und seine 32 Mitarbeiter werden in einigen Monaten im Gewerbegebiet Dimker Heide in Wulfen arbeiten. Am nächsten Montag (16. April) erfolgt der erste Spatenstich für den neuen Firmensitz.

"Das ist in Bottrop ein bekanntes Problem"

Die beiden Bottroper Unternehmen, obwohl in unterschiedlichen Branchen unterwegs, hatten dasselbe Problem. "Hauptgrund für den Standortwechsel ist die Tatsache, dass uns in Bottrop der Platz ausgeht", sagte Rexin-Geschäftsführer Michael Schwarz Anfang März. Bombeck-Chef Ludger Elemans argumentiert genauso: "Natürlich haben wir uns zunächst in Bottrop bemüht. Leider konnte uns die Stadt Bottrop keine geeigneten Gewerbeflächen anbieten."

"Die Knappheit an geeigneten Gewerbeflächen in Bottrop ist ein bekanntes Problem", gibt Stadtsprecher Ulrich Schulze zu. "Die Stadt bemüht sich um Ausweisung neuer Gewerbeflächen bzw. um Reaktivierung bestehender Altflächen z.B. aus dem Bereich des Bergbaus. Anders als in anderen Ruhrgebietsstädten stehen keine großen Areale zur Verfügung, die unmittelbar in die Vermarktung gehen könnten."

Windor reagierte am schnellsten

Ludger Elemans tat folglich, was ein expansionswilliger Unternehmer macht. "Wir haben Kontakt zu den Wirtschaftsförderungen der umliegenden Gemeinden gesucht. Die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor hat uns innerhalb kürzester Zeit adäquate Flächen angeboten." Der Geschäftsführer beschreibt die anschließende Betreuung als "sehr kompetent und engagiert, dadurch ist in unserem Hause sehr schnell die Entscheidung für den Standort Wulfen gefallen".

Das Team von Windor-Geschäftsführer Josef Hadick konnte allerdings auch ein Pfund in die Waagschale werfen, um das andere Städte Dorsten derzeit beneiden: ausreichend große Gewerbeflächen. In Hervest gibt es sie auf dem ehemaligen Fürst-Leopold-Areal. In Wulfen im Gewerbegebiet Dimker Heide, südlich der B58. Das ist vor wenigen Jahren erweitert worden.

Neue Firmen schaffen auch neue Arbeitsplätze

Auf etwa 9500 Quadratmetern an der Thüringer Straße wird die Spedition Bombeck, zu deren Kunden "namhafte Unternehmen aus der Getränke- und Baubranche" zählen, nach den Plänen des Lembecker Architekten Ralf Badura eine moderne Logistikanlage bauen. Der Umzug ist noch in diesem Jahr geplant. Im Bereich der Administration und Lagerlogistik sind dann zehn zusätzliche Arbeitsplätze geplant, davon drei weitere Ausbildungsplätze.

Auch das verbindet die beiden Bottroper Firmen. Der Kunststoffhandel Rexin (50 Mitarbeiter) will nach dem Umzug im Frühjahr 2019 mittelfristig sogar rund 20 neue Arbeitsplätze in Dorsten schaffen.

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