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Viele Bürger säumten den Weg des Trauerzuges.

Eine Stadt trauert

Viele Menschen säumen den Trauerzug: Schwester Johanna Eichmann beigesetzt

Bürgermeister Tobias Stockhoff würdigt die verstorbene Ehrenbürgerin als "Jahrhundert-Persönlichkeit". Ihre letzte Ruhe fand sie auf dem Friedhof St. Agatha.

Hunderte von Trauergästen und zahlreiche Passanten an den Straßen gaben Schwester Johanna Eichmann am Donnerstag in Dorsten das letzte Geleit.

Sie war viele Jahre Leiterin des Jüdischen Museums

Die Vestische und Dorstener Ehrenbürgerin war am 23. Dezember im Alter von 93 Jahren verstorben. Bürgermeister Tobias Stockhoff würdigte sie bei der Trauerfeier als „Jahrhundert-Persönlichkeit“. Schwester Johanna war über viele Jahre Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen. Verdient gemacht hat sie sich um die Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus und des Judentums im Vest Recklinghausen. Fast drei Jahrzehnte lang leitete sie auch das katholische St. Ursula-Gymnasium in Dorsten.

Für die Stadt Dorsten würdigte Tobias Stockhoff im Beisein von Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, und Regierungspräsidentin Dorothee Feller das Leben Schwester Johannas. Er sprach den Mitschwestern sein Beileid aus und dankte der klösterlichen Gemeinschaft für die Zuwendung und Pflege, die sie ihrer Mitschwester in den letzten Jahren habe zuteil werden lassen.

Vor Judenverfolgung weitgehend geschützt

Geboren 1926 als Tochter einer jüdischen Mutter und eines katholischen Vaters, erhielt Johanna Eichmann in Recklinghausen eine jüdische Erziehung. Dennoch wurde sie 1933 zum Schutz gegen die Verfolgung durch die Nazis römisch-katholisch getauft. 1936 schickten die Eltern sie ins Internat des Gymnasiums St. Ursula in Dorsten, wo sie vor der Judenverfolgung weitgehend geschützt war. Ihre Herkunft wurde von den Ordensschwestern geheim gehalten.

Schwester Johanna hat ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof St. Agatha an der Gladbecker Straße gefunden.

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