Auf die Zahngold-Sammelboxen des Hospiz-Freundeskreises Dorsten hatten es die Betrüger abgesehen.
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Auf die Zahngold-Sammelboxen des Hospiz-Freundeskreises Dorsten hatten es die Betrüger abgesehen.

Begehrtes Zahngold

Zahnärzte im Visier dreister Betrüger - doch diesmal gehen die Gauner leer aus

  • Bernd Turowski
    vonBernd Turowski
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Mindestens zwei Zahnarztpraxen aus dem Vest sind am vergangenen Freitag ins Visier von dreisten Betrügern geraten. Mit einer raffiniert ausgeklügelten Masche wollten die Gauner an Zahngold gelangen, das von den Praxen für einen guten Zweck gesammelt wird. Die Rechnung ging nicht auf – dank eines funktionierenden Netzwerkes der Vereinigung Dorstener Zahnärzte (VDZ).

Schon seit mehreren Jahren spendet die VDZ den Erlös des Zahngoldes, das Patienten gespendet haben, für lokale Projekte. Inzwischen hat man sich auf den Hospiz-Freundeskreis Dorsten e.V. konzentriert, der mithilfe der Spenden viele Projekte aufbauen konnte. Dazu zählen Kinder- und Jugendtrauerarbeit, eine Gruppe für Eltern von Sternenkindern, das Trauercafé und die Unterstützung für die Palliativstation Spes Viva im Dorstener Krankenhaus.

Schon kurz vor Weihnachten hatte ein ähnlicher Fall die Runde gemacht: Hier trat ein „Goldabholer“ renitent in einer Dorstener Praxis auf. Der Betrugsversuch scheiterte. Deutlich ausgeklügelter war die nun angewendete Masche. Zunächst ging ein Anruf mit unterdrückter Rufnummer ein. Darin wurde mitgeteilt, dass aus hygienischen Gründen die Sammlung der Spendenboxen in diesem Jahr vorgezogen würde und der Abholer sich mit einem Code identifizieren werde.

Was der Betrüger nicht ahnte: Die Praxen waren nach dem ersten gescheiterten Versuch vorgewarnt: Per WhatsApp schrillten sofort die Alarmglocken. Eine halbe Stunde nach dem ersten Anruf erschien eine noch unbekannte Person in der Praxis mit den Worten: „Ich soll hier den Code nennen.

Doch für den Betrüger lief es in beiden Praxen ganz und gar nicht nach Plan. Die Rezeptionsmitarbeiterinnen verlangten nämlich den Personalausweis. Mit dem Vorwand, diesen aus dem Auto zu holen, verschwand der Mann auf Nimmerwiedersehen.

Schon mehr als 400.000 Euro eingesammelt

Es ist schlimm, was damit angerichtet wird“, zeigt sich die Vorsitzende der Vereinigung Dorstener Zahnärzte, Dr. Swantje Engels, entsetzt. Vor allem der perfide Hinweis auf die Hygiene verunsichere natürlich die Praxismitarbeiterinnen. „Gerade jetzt zählt jede einzelne Spende der Patienten, da die Arbeit des Hospiz-Freundeskreises durch Corona deutlich schwieriger geworden ist“, so Dr. Engels weiter. Welchen Stellenwert die Aktion für den Hospiz-Freundeskreis hat, zeigen die Zahlen: Mittlerweile wurden mehr als 400.000 Euro eingesammelt.

„Um weiteren Betrugsversuchen vorzubeugen, werden wir die Vorgehensweise zur Abholung der Boxen noch einmal deutlich kommunizieren“, so Dr. Engels. Und eine Sicherheitsmaßnahme kam besonders gut an: Dorstens Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst ließ es sich nicht nehmen, persönlich die Spendenboxen einzusammeln

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