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Verdeckt: der 39-jährige Tennislehrer aus Dorsten mit seinem Marler Anwalt Siegmund Benecken

Landgericht Essen

Dorstener Tennislehrer wegen Anstiftung zum sexuellen Missbrauch verurteilt

Ein Tennislehrer aus Dorsten muss für fast fünf Jahre ins Gefängnis. Er hat Mütter dazu angestiftet, ihre eigenen Kinder sexuell zu missbrauchen.

Das Urteil des Essener Landgerichts war für den Dorstener Tennislehrer keine Überraschung mehr: vier Jahre und neun Monate Haft – unter anderem wegen Anstiftung zum sexuellen Missbrauch. Richter Volker Uhlenbrock warf dem 39-jährigen Angeklagten in der Urteilsbegründung vor, das Vertrauen der betroffenen Frauen perfide missbraucht zu haben. Seit Jahren tummelt sich der Tennislehrer in verschiedenen Dating-Portalen und sucht Kontakt zu alleinstehenden Frauen. In den nun abgeurteilten sieben Fällen brachte er seine Chatpartnerinnen dann dazu, ihre eigenen Kinder sexuell zu missbrauchen.

„Die Frauen glaubten an die große Liebe. Sie fühlten sich wertgeschätzt und endlich mal wieder ernst genommen“, sagte Richter Uhlenbrock. Auf das abstruse Ansinnen des Tennislehrers hätten alle zunächst ablehnend reagiert. Doch dem Druck des Angeklagten seien sie letztendlich doch nicht gewachsen gewesen. „Der Angeklagte ist keinesfalls auf Frauen getroffen, die schon zum sexuellen Missbrauch bereit waren“, sagte der Richter. Natürlich müssten sich die Mütter heute aber auch selbst schwere Vorwürfe gefallen lassen.

Auch der letzte Verhandlungstag vor dem Essener Landgericht wurde von zahlreichen Zuschauern verfolgt. Der 39-Jährige genoss in seiner Zeit als Tennislehrer in Dorsten hohes Ansehen. Unter den Prozessbeobachtern war aber auch die Ehefrau des Angeklagten. Sie wurde jahrelang von ihrem Mann getäuscht und mit unzähligen anderen Frauen betrogen. Offenbar hält sie aber weiterhin zu ihm.

In seinem letzten Wort vor der Urteilsberatung hatte sich der Angeklagte noch einmal selbst an seine Familie gewandt. „Ich möchte mich bei allen entschuldigen, denen ich mit meinen Lügen Leid angetan habe“, sagte er. Der 39-Jährige kündigte an, die Haftzeit zu einer Psychotherapie zu nutzen, um seine gravierenden Persönlichkeitsprobleme in den Griff zu bekommen. „Ich möchte den schlechten Teil meiner Persönlichkeit ausrotten“, sagte er den Richtern.

Maßregel wird (noch) nicht angeordnet

Das Urteil vom Freitag wird wahrscheinlich nur eine erste Etappe bleiben. Derzeit ist eine sechsköpfige Ermittlungskommission der Polizei immer noch damit beschäftigt, alle Frauenkontakte des Tennislehrers zu durchleuchten. Inzwischen soll die Zahl der Fälle der Anstiftung zum sexuellen Missbrauch auf rund 50 angewachsen sein. Eine weitere Anklage vor dem Essener Landgericht ist daher sehr wahrscheinlich.

Kommt es zu einem erneuten Prozess, wird auch die Frage der Sicherungsverwahrung wieder eine Rolle spielen. Die Maßregel wurde jetzt noch nicht angeordnet. Verteidiger Siegmund Benecken hatte sich in seinem Plädoyer auch vehement dagegen ausgesprochen. Sein Mandant sei weder ein Hangtäter noch pädophil. „Es ging ihm allein um Macht und Dominanz über Frauen“, so Benecken.

Martin von Braunschweig

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