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Bis nach Belgien flogen die Ballons, die die Drittklässler der Pestalozzischule mit ihren Wünschen in den Himmel schickten. Das Ehepaar Dirk und Charline Valgaeren-Eyckmans fand die "Luftballon-Post" in Westerlo und antwortete per "Bodenpost" - mit einem Überraschungspaket.

Ballon-Aktion der Pestalozzischüler

Aus Belgien kam ein Überraschungspaket

Hardt - Carlotta und ihre Klassenkameraden können es kaum fassen, dass ihre "Wunschballon-Post" nicht zerplatzt, sondern 200 Kilometer bis nach Belgien geflogen ist. Woher die Pestalozzi-Schüler das wissen? "Wir haben heute ein super Überraschungspaket von der Finderin bekommen", strahlen die Drittklässler um die Wette.

Die Idee zu der "Luftpost" wurde in der Kontaktstunde der Drittklässler geboren. "Die Kontaktstunde findet jeden Dienstagmorgen statt und dient dazu, dass die Kinder etwas über ihre Heimatgemeinde erfahren", erklärt Gunda Keil. Die Gemeindepädagogin nimmt schon seit vielen Jahren für die Friedenskirche die evangelischen Kinder unter ihre Fittiche.

Beppo ais Italien

Letztens stand das Thema "Beten" auf dem Plan. Zum anschaulichen Einstieg brachte Gunda Keil den Kindern die Geschichte von dem achtjährigen Beppo aus Italien mit. Der hatte einen Brief an den "lieben Gott" geschrieben, in dem er um Bettzeug für das Baby bat, das schon bald in seiner armen Familie geboren werden sollte. Da er keine Adresse kannte, ließ er seinen Wunsch per Luftballon in den Himmel steigen, in der Hoffnung, dass der Richtige ihn schon finden würde. Und tatsächlich: Sein Wunsch ging in Erfüllung. Wenige Tage später erreichte die Familie ein Päckchen, in dem Bettzeug und Babywäsche steckte. Die Moral der Geschichte: Wie ein bunter Luftballon - so kann beten sein!

Gedanken und Sorgen

"Können wir das nicht auch mal versuchen?", nahm Elion diese Idee in der Kontaktstunde auf. Ja, warum eigentlich nicht? Nachdem Gunda Keil den Kindern klar gemacht hatte, dass diese Aktion aber nicht als Basar für Geschenkwünsche missverstanden werden dürfte, setzten sich die 25 Kinder hin und schrieben sich vom Herzen, was sie beschäftigt, ärgert, sorgt und ängstigt und worum sie bitten. Derweil besorgte Gunda Keil drei kleine mit Helium gefüllte Ballons und einen dicken "Chef-Ballon", die zusammen die 10 Gramm schwere Wunschpost nach dem gemeinschaftlich heruntergezählten Countdown - "10, 9, 8, 7 ..." - von der Schulhof-Arena aus in den Himmel trugen.

Wenige Tage später bekam Gunda Keil, die als Kontaktperson angegeben war, ein Paket. Absender: Ehepaar Dirk und Charline Valgaeren-Eyckmans aus dem rund 200 Kilometer entfernten Westerlo in Belgien. "Wir haben die Ballons am 18. Januar in unserem Stadtpark herumwirbeln sehen und die an den Bändern befestigte Post mitgenommen", ließ sich Gunda Keil von einer Freundin den in Flämisch verfassten beiliegenden Brief übersetzen.

Zu jedem der Schülerwünsche schrieb die Belgierin, selbst Mutter von zwei erwachsenen Kindern, einige liebevolle Zeilen, spendete Trost, wünschte alles Gute oder gab einen Rat. Zusätzlich füllte sie das Päckchen mit kleinen funkelnden Armbändern, Seifenblasendosen, kleinen Jo-Jo-Spielzeugen und Taschenlampen, die Gunda Keil am Dienstag in der Klasse an die aufgeregten Kinder verteilte. "Ich habe mir schon eine Lampe an meinen Schlüsselbund gemacht", freute sich Johannes, dass er nun endlich auch im Dunkeln das Schlüsselloch am Fahrradschloss erleuchten kann.

Ständchen zum Dank

Als spontanes Dankeschön riefen die Kinder in Belgien an und schmetterten der verdatterten Charline Valgaeren-Eyckmans ein Ständchen "Halte zu mir, guter Gott" ins Handy. Die Finderin war sehr gerührt: "Wir werden euch und eure Wunsch-Ballon-Aktion niemals vergessen", versicherte sie den Schülern, "und wir wünschen Euch, dass euch noch viele Wünsche erfüllt werden".

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