Beschluss im Ausschuss

Tillessensee heißt jetzt Hardtbergsee

Östrich - Nun ist es amtlich: Der "Tillessensee" im Stadtteil Östrich wird umbenannt. Der Bauausschuss beschloss in seiner Sitzung am Dienstag (1.3.) mehrheitlich, dass das Gewässer im Stadtteil Östrich künftig den Namen "Hardtbergsee" tragen soll.

Damit favorisierten die Politiker den Namensfavoriten der Dorstener Bürger, die zuvor von der Stadt um Beteiligung bei der Namenssuche gebeten worden waren.

Grüne stimmten dagegen

Lediglich die Grünen stimmten dagegen. "Wir sind für den Vorschlag der Stadtverwaltung", erklärte Ulrich Wilke als sachkundiger Bürger. Die Stadt hatte, wie berichtet, die Bezeichnung "Östricher Quarzsee" ins Rennen geschickt - die aber im Vorfeld der Sitzung auf viel Kritik gestoßen war.

In der Sitzung des Bauausschusses ruderte Stadtbaurat Holger Lohse zurück: "Ich kann verstehen, dass diese Wortfindung zu gestelzt wirkt", sagte er und erklärte an die Adresse der Politik gerichtet: "Sie müssen dem Namen nicht folgen."

Das taten die Ausschussmitglieder auch nicht - zumal Hardtberg-Bewohnerin und ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin Temelia Brauckmann zuvor in der Einwohner-Fragestunde ein Plädoyer für die Bezeichnung "Hardtbergsee" gehalten hatte. Die CDU war in der anschließenden Diskussion ebenfalls dafür: "Östrich liegt im Tal, der See aber auf dem Hardtberg", argumentierte ihr Sprecher Dr. Thomas Grund und wies auf einen weiteren Aspekt hin: Ein komplizierter Name, den die Bürger nicht wollen, würde dafür sorgen, dass das Gewässer "in 50 Jahren im Volksmund immer noch Tillessensee genannt" werde.

Namensgeber getilgt

Auch Michael Baune (SPD) zeigte sich irritiert ob des "sperrigen Namens", den die Verwaltung auserkoren hatte. "Aber wichtig ist es, dass wir nun unser zentrales Ziel erreicht haben" - nämlich Namensgeber Carl Tillessen zu tilgen, der hochrangiger SS-Mann und Rechtsterrorist gewesen war.

Tillessen war zwischen 1930 bis 1934 Geschäftsführer der damaligen "Westfälischen Sand- und Tonwerke", die das Gewässer auf ihrem Grundstück zum Waschen des Quarzsandes angelegt hatten. Heutzutage ist die Firma "Euroquarz" Besitzerin der Werksflächen und des Sees, der inzwischen der Natur vorbehalten ist. Der Kreis als zuständige Wasserbehörde wird die Umbenennung in die Wege leiten.

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