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Auch am Grenz- und Schafsbach sind jetzt Müllsäcke mit Windeln aufgetaucht.

Übelriechendes Problem

Benutzte Erwachsenenwindeln landen in der Landschaft

Rhade - Den Anwohnern im Dorf Holsterhausen stank es vor ein paar Wochen drei Meilen gegen den Wind – jetzt hat sich das müffelnde Problem Richtung Dorstener Norden verlagert.

„Ich habe allein seit Donnerstag fünf benutzte Erwachsenen-Windeln entdeckt“, teilte uns unser Leser Johann Tönsen mit. Mit solch übel riechenden Hinterlassenschaften sahen sich bereits im Februar Anlieger rund um die Schermbecker Straße und die Straße „Im Gorden“ in Holsterhausen konfrontiert.

Unappetitliches Treiben

Nach der damaligen Berichterstattung in unserer Zeitung war erst mal Schluss mit dem unappetitlichen Treiben – bis jetzt. „Voll reingepackt“ Während die Holsterhausener Fundstücke offen die Landschaft verschandelten, sind die in Rhade aufgetauchten Windeln immerhin meistens in Plastiktüten verpackt. Johann Tönsen fährt häufig mit dem Rad durch die Natur, wurde dabei mehrfach fündig. „Zuerst am Kirmesplatz am Vorwerk“, sagt er. „Ich dachte zuerst, das sei eine McDonald’s-Tüte und habe voll reingepackt“, schüttelt er sich noch jetzt.

Schließlich stieß er auf drei Inkontinenz-Windeln am Bakeler Weg im Naturschutzgebiet Rhader Wiesen. Am Grenzbach und am Schafsbach, die wurden von der Brücke ins Wasser geworfen“, so der Rhader. Von Nachbarn habe er gehört, dass noch mehr herumliegen: am Tüskerbrook nahe der Erler Straße, „und sogar neben einer Mülltonne im Dorf“. Auch aus Lembeck seien schon Beschwerden gekommen. Das Naturschutzgebiet Rhader Wiesen gehört zwar dem Kreis Recklinghausen, als rechtliche Grundlage gilt das Landesabfallgesetz, so Kreis-Pressesprecher Jochem Manz. „Da wir uns hier im Außenbereich befinden, ist aber die Stadt für die Entsorgung zuständig.“

Schwieriges Unterfangen

Für Ludger Böhne, stellvertretender Pressesprecher der Stadt, ein schwieriges Unterfangen. „Das Gebiet ist 210 Hektar groß, das können wir nicht jeden Tag durchkämmen.“ Er schlägt den Rhadern vor, sie mögen den Abfall sammeln, die Stadt hole dann zu einem mit dem Entsorgungsbetrieb verabredeten Zeitpunkt die Säcke ab. „Ich fasse die Windeln nicht mehr an“, stößt er damit bei Johann Tönsen aber auf wenig Gegenliebe.

Da es sich bei dem Umweltdelikt um illegale Müllentsorgung handelt, bittet die Stadt unter Tel. (02362) 660 um Zeugenhinweise.

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