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Frischen Klee verteilt Heiner Schulte jeden Tag auf der Wiese. Auf 5000 Quadratmetern können sich die Hühner frei bewegen.

Viele Vorteile

Ein rollendes Zuhause für Hühner

Rhade - Seit einem Monat gibt es Hühner auf Heiner Schultes Hof in Rhade. Das Besondere daran: Das Federvieh lebt in einem fahrenden Heim, dem Hühnermobil. Und das hat gleich mehrere Vorteile.

Schon länger trugen sich der Rhader Landwirt und seine Frau Andrea mit dem Gedanken, eigene Eier im Hofladen anbieten zu wollen. Und zwar Bio-Eier. "Das würde gut zu unserem Konzept passen", dachte sich Heiner Schulte, der genau vor einem Jahr seinen Betrieb auf ökologische Landwirtschaft umstellte. Abends recherchierte das Paar im Internet, schaute sich im Urlaub andere Hühnermobile an und stellte schließlich einen Bauantrag. "Denn für das Hühnermobil braucht man in Dorsten eine Baugenehmigung." Vor einem Monat zogen dann 222 Hühner und drei Hähne auf Schulte’s Hof ein, spätabends im Dunkeln, um die Tiere nicht in Aufregung zu versetzen.

Mobil wird versetzt

Gegenüber vom Hof leben die Bio-Junghennen jetzt auf einer 5000 Quadratmeter großen Wiese. Jeden Samstag wird der Stall auf Rollen umgesetzt. "Damit sich der direkte Auslaufbereich der Hühner ändert, sich die Wiese erholen kann und sich der Kot gut verteilt. Der ist übrigens ein wertvoller Dünger für uns." Vor allem aber soll so Krankheiten vorgebeugt werden. Generell können die Hühner aber tagsüber immer überall auf der Wiese hin. Morgens um 10 Uhr geht automatisch die Tür des Mobils auf, da scharren die Hühner meist schon ungeduldig. Denn draußen gibt es - als Ergänzung zum Bio-Futter im Hühnermobil - Gras, Insekten und auch Klee, der jeden Tag frisch verteilt wird.

Trotzdem reichte manchem Huhn die Freiheit am Anfang scheinbar nicht aus. Was ist hinter dem Zaun? Das wollten einige Hühner wissen, gingen in Rhade spazieren. "Wir haben uns natürlich gefragt, wie die rausgekommen sind und dann gesehen, wie die Hühner einen Querbalken am Zaun hochliefen, dorthin, wo die Maschen größer waren", erzählt Andrea Schulte kopfschüttelnd. Ein Huhn war immer dabei. Das haben die Schultes herausgefunden, weil sie es nach dem ersten Ausflug markiert hatten. "Sozusagen die Rädelsführerin", sagt Andrea Schulte lachend. Von wegen dummes Huhn.

Jeden Tag Ostern

Dass sie ihre Eier, die in den nächsten Monaten mit zunehmendem Alter der Hühner immer größer werden, alle in die mit Dinkelspelz ausgelegte Legenester ablegen sollen, müssen manche der schlauen Hühner aber erst noch lernen. Momentan spielen An-drea und Heiner jeden Tag Ostern, und suchen mittags um 13 und abends um 17 Uhr unter anderem im Kaltscharrraum im Erdgeschoss des Hühnermobils nach den Eiern.

Die Wiese soll für die Hühner nur eine Zwischenstation sein. Wenn die Wiese mit den Apfelbäumen der Schultes als Bio-Wiese gilt, sollen die Hühner zwischen diesen herumlaufen und Schädlinge, zum Beispiel Frostspanner, wegpicken. 15 bis 18 Monate werden die Hühner bei den Schultes so leben, bevor sie zum Schlachter kommen. Dann gibt es auch Bio-Suppenhühner auf dem Schulte’s Hof in Rhade.

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