Urteil am Essener Landgericht

Sexueller Missbrauch: Gefängnisstrafe für Erzieher

Dorsten/Essen - Trotz vehementer Unschuldsbeteuerungen ist ein Erzieher aus Dorsten am Freitag zu 28 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Richter sind überzeugt, dass sich der 41-Jährige an einem Jugendlichen vergangen hat.

Die Vorwürfe liegen schon einige Zeit zurück - trotzdem hatte die 1. Strafkammer des Essener Landgerichts am Ende keine Zweifel. Laut Urteil soll sich der angeklagte Erzieher als Leiter einer Dorstener Wohngruppe an einem 16-jährigen Schützling vergangen haben - einmal in seinem Zimmer, einmal am Rande eines Pfadfinderlagers im Münsterland.

Vom Job abgezogen worden

Der 41-Jährige war nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort von seinem Job abgezogen worden. Das Arbeitsverhältnis ist beendet. Zuletzt hatten ihn die Richter noch einmal aufgefordert, über ein Geständnis nachzudenken. Das hatte der Angeklagte jedoch zurückgewiesen. In seinem sogenannten letzten Wort vor der Urteilsverkündung hatte er dazu erklärt: "Ich kann nichts gestehen, was ich nicht getan habe."

Genau das sahen die Richter am Ende des Prozesses jedoch anders. Es gebe keine Zweifel, dass der damals 16-Jährige die Wahrheit gesagt habe, hieß es im Urteil. Und über den Angeklagten sagte Richter Edgar Loch: "Er hat die Abhängigkeit des Zeugen missbraucht."

Die Verteidiger haben allerdings schon angekündigt, dass sie das Urteil auf keinen Fall akzeptieren und Revision einlegen werden. Dann müsste der Bundesgerichtshof das Urteil aus Essen noch einmal überprüfen.

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