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Vor einer neuen Betrugsmasche wird gewarnt.

Polizei warnt vor Betrügern

Bei diesem Anruf von „Microsoft“ sollten PC-User besonders vorsichtig sein

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  • Bernd Turowski
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Was auf den ersten Blick nach Hilfe aussieht, entpuppt sich als perfider Betrugsversuch. Alles beginnt mit einem Anruf vom angeblichen „Microsoft Support Center“. 

Update, 9. September, 13.40 Uhr:

In den vergangenen Tagen haben erneut mehrere Bürgerinnen und Bürger in Gelsenkirchen Strafanzeigen bei der Polizei erstattet, weil sie von vermeintlichen Mitarbeitern von Microsoft angerufen worden seien.

Die Tatverdächtigen gaben vor, dass der Computer der Geschädigten gehackt worden sei und forderten Daten von den Betroffenen. In einem Fall drohte der Anrufer, dass der Computer explodieren würde, wenn seine Anweisungen nicht befolgt werden.

Die Polizei warnt daher erneut ausdrücklich:

  • Mitarbeiter von Microsoft rufen von sich aus nicht bei ihren Kunden oder Bürgern an. Sie schicken auch keine Warnmitteilung auf einen Computer oder verkaufen eine Spezialsoftware zum Entfernen von Viren, Trojanern und anderen unerwünschten Programmen.
  • Geben Sie Fremden niemals Zugriff auf Ihre digitalen Endgeräte wie PC, Tablet oder Handy.
  • Auch Passwörter, Kreditkartendaten oder Kontoverbindungen gehören nicht in fremde Hände.

Update, 5. September, 12.30 Uhr:

Offensichtlich ist die Betrugsmasche aktuell sehr beliebt - zumindest bei den Tätern: In Niedersachsen warnt die Polizei jetzt davor, auf die Forderungen der Telefonbetrüger einzugehen. 

„Legen Sie am besten bei entsprechenden Anrufen gleich wieder den Hörer auf. Denn am anderen Ende der Leitung sind höchstwahrscheinlich Betrüger, die nichts mit Microsoft zu tun haben, sondern in einem Call-Center sitzen“, schreibt die Polizei aus Lüchow-Dannenberg

So haben wir bisher berichtet:

Betroffene Computernutzer aus Recklinghausen, Dorsten und Marl meldeten sich jetzt in unserer Redaktion und schilderten den Fall. Ausgangspunkt war der Anruf eines angeblichen „Microsoft Support-Centers“. 

„Wir haben festgestellt, dass von Ihrem Rechner verdächtige Aktivitäten, wie Viren oder Malware ausgehen“, heißt es in der Begrüßung am Telefon von einer Frau, die die deutsche Sprache bestenfalls über Lautschrift kennt. Man solle doch einmal den Rechner einschalten, um das zu überprüfen, heißt es weiter. 

Betrugsmasche über fingierte Webseiten

Wer darauf eingeht, steckt schon in der Falle. Neu ist der Trick eigentlich nicht. Die Bochumer Firma G DATA hatte schon vor zwei Jahren ein Video über diese Masche auf YouTube eingestellt, aber augenscheinlich scheint der Trick noch immer zu funktionieren. 

Damals fing man die User über manipulierte Webseiten, die sich nicht mehr wegklicken ließen und eine Supportnummer offerierten. Neu ist nun, dass die User - wie aus dem Nichts - über eine anonyme Rufnummer angerufen werden. Geht man auf die angebotene Hilfe ein, sollen Tools heruntergeladen werden, um helfen zu können. Schon hat der vermeintliche Supporter Kontrolle über den PC und sperrt klammheimlich den PC-Besitzer aus der Benutzerkontensteuerung von Windows aus.

Betrüger bieten Hilfe gegen Zahlung von 200 Euro

Mit Schwarzmalereien und Panikmache kommen die Betrüger danach auf den Punkt: Für rund 200 Euro könne man den Rechner reinigen und für 500 Euro bekäme man sogar einen Lifetime-Support. Wer nun angesichts der horrenden Kosten ablehnt, erlebt kurze Zeit später eine böse Überraschung, denn das Windows-Login funktioniert danach nicht mehr. Somit ist man in den Händen der Erpresser. Übrigens: Auch bei Einwand eines Users, dass er nur mit Linux arbeite, war dies für das angebliche Microsoft-Support-Center kein Problem. Auch da helfe man doch gerne...

Den Betroffenen ist in diesem Fall übrigens kein Schaden entstanden: Dank ihres gesunden Misstrauens haben sie allesamt die Betrüger noch rechtzeitig abblitzen lassen.

Tipps von der Verbraucherzentrale

Der Verbraucherzentrale sind solche Maschen ebenfalls bekannt. Sie hält unter anderem folgende Tipps parat: 

  • Haben Sie bereits mit einem angeblichen Support-Mitarbeiter gesprochen und ihn auf Ihrem PC arbeiten lassen, kann es sein, dass Schadsoftware auf Ihrem Computer installiert wurde. Trennen Sie dann Ihren PC vom Netz und lassen Sie ihn von einem Experten prüfen.
  •  Ändern Sie anschließend alle Passwörter und Zugangsdaten – vor allem Ihre Zugänge zu E-Mail-Konten, Online-Banking und Online-Shops.
  •  Lassen Sie sich nicht von Drohungen irritieren, wonach die Anrufer Ihre Windows-Version löschen, wenn Sie das Programm nicht installieren. 
  • Sind Sie betroffen, melden Sie den Betrugsfall der Polizei.

Microsoft schickt nach eigenen Angaben unaufgefordert keine E-Mails an Sie, noch fordern Mitarbeiter per Telefonanruf oder Sicherheitshinweis am PC persönliche oder finanzielle Daten an.

Das Unternehmen bietet aber ein Online-Formular an,

über das Betrugsfälle gemeldet werden können.

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