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Fast 70 Teilnehmer machten beim Barkenberger Stadtteilspaziergang mit.

2. Stadtteilspaziergang

„Wollen nicht alles auf links drehen“

WULFEN. - Nein, das böse P-Wort (P wie Palme) fiel am Donnerstagnachmittag nicht. Und auch mit Kritik am Barkenberger Grünkonzept kam kaum ein Bürger aus dem Gebüsch. So konnte sich Landschaftsplaner Dirk Vennemann auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren: Erzählen, was von der Stadt an Baum und Strauch geplant ist. Und zuhören, was von Bürgern gewünscht wird.

Stadtteil-Spaziergang Teil 2, nachdem die ersten drei „Waben“ rund um Napoleonsweg und Sandkuhle unter teils heftigem öffentlichen Getöse im Frühjahr bearbeitet wurden. Von Kahlschlag war damals die Rede. Doch jetzt, im Frühsommer, wo alles wieder grünt und blüht, war kaum noch die Rede davon. „Sieht alles wieder ordentlich und aufgeräumt aus“, taten die Teilnehmer mehrfach kund. Und das ist bekanntlich auch die Idee, die hinter der 2015 in Angriff genommenen Neubelebung des alten Grünkonzepts steckt. „Grün für alle“ war damals die Devise, die Landschaftsplaner Ernst Heiss mithilfe weiterer Gartenarchitekten in den 1960er-Jahren bei der Entwicklung der „Neuen Stadt Wulfen“ propagierte, „im Sinne einer Gartenstadt“, so Dirk Vennemann.

Zugewachsene Flächen

Doch wie es bei Mensch und Natur in der Natur der Sache liegt, hat sich das Erscheinungsbild der grünen Adern von damals seitdem kräftig verändert. Grünflächen sind zugewachsen, öffentliche Flächen von Anwohnern für Mülltonnen und Zäune okkupiert, Vorgärten mit Sträuchern besetzt, die dort nicht hingehören – was als Gestaltungsvorgaben zur Gründerzeit Barkenbergs in einer Satzung festgelegt worden ist, wurde so nach und nach verwässert. Bis 2018 will die Stadt die öffentlichen Grünanlagen im Stadtteil wieder auf Vordermann bringen. „Wir wollen hier nicht alles auf links drehen“, beruhigte der von der Stadt mit den Planungen beauftragte Dirk Vennemann am Donnerstag die Bürger. „Sie leben hier in einer Idylle und die wollen wir bewahren.“

Wo drückt der Schuh?

Rund 70 Barkenberger waren der Einladung gefolgt, taten kund, wo ihnen der Schuh drückt: Bäume, die Gärten verdunkeln und zu viel Laub abwerfen, Hecken, die die Stadt aus Einsparungsgründen nur unzureichend beschneidet, Spielplätze, die nicht mehr einsehbar sind, Straßenlaternen, die komplett überwuchert sind – nur einige der Probleme, wo die Stadt nach Willen der Anwohner tätig werden soll. Henkelbrey (Wabe 4), Talaue, Alte Landstraße und Erneeweg (Wabe 5) und Surick-West/Kampstraße (Wabe 6) waren am Donnerstag an der Reihe, Himmelsberg, Barkenberger Allee und Surick-Ost sollen am kommenden Donnerstag (6. Juli, 16 Uhr, Treffpunkt Grüne Schule, Talaue) folgen.

Grün-Patenschaften

Vennemann betonte, kein Bürger sei verpflichtet, städtisches Grün zu pflegen, warb aber um Grün-Patenschaften. Manch Anwohner forderte ein, dass die Stadt sich fortan stärker regelmäßig um die Grünpflege kümmern müsse, damit nicht in drei, vier Jahren alles wieder zugewachsen sei. Dem konnte Dirk Vennemann nicht widersprechen.

Die Stadt bittet, die am Donnerstag verteilten Bürgerfragebögen zurückzusenden, per Post an Carsten Ascherfeld, Tiefbauamt, Bismarckstraße 13, 46284 Dorsten oder per E-Mail an carsten.ascherfeld@dorsten.de

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