Axel Hacke im Theaterzelt

Wortwitz und Leidenschaft

Recklinghausen - Recklinghausen. Seit drei Jahrzehnten schreibt der Journalist und Schriftsteller Axel Hacke Kolumnen. In diesen Jahren sind die unterschiedlichsten Texte mit vielfältigen Themen in Buch- und Kolumnen-Form entstanden. Einen kleinen Auszug präsentierte er jetzt bei einer Lesung im Theaterzelt der Ruhrfestspiele.

Vor vollem Saal kommt der gebürtige Braunschweiger fast direkt auf das Thema der Ruhrfestspiele zu sprechen: „Heimat“ – und beginnt mit einem Text über seine Heimatverbundenheit. Die manifestiert sich bei ihm vor allem beim Thema Fußball und ist aus der Sicht des elfjährigen Hackes geschrieben.

Gestreut sind die Geschichten mit wunderbarem Wortwitz und Einwürfen aktueller politischer Bezüge, beispielsweise dem umstrittenen Treffen der beiden Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Erdogan, das er beiläufig in seinen Text einbaut. Ein weiterer Auszug aus seinem Buch „Fußballgefühle“ zeigt die Kunst Hackes, aus kleinen Dingen des Alltags, die großen Themen des Lebens herauszulesen. Er kommt von kindlichen Idolverehrungen zu schwierigen Selbstfindungsproblemen und großen Existenzfragen. Aber er verliert dabei nie seinen Humor und vor allem die sympathische Eigenschaft, auch über sich selbst herzhaft lachen zu können.

Neben Einblicke in Hackes Kindheit, bekommt das Publikum zudem auch Auszüge aus seinem Leben als Vater präsentiert ( „Das kolumnistische Manifest“). Er beschreibt liebevoll und anschaulich Situationen mit seinem Sohn, die zum Schmunzeln und Nachdenken anregen. Nach den persönlichen Einblicken wendet sich der Journalist auch größeren Themen zu.

Von ernsteren Themen hin zu leichter Kost

Textauszüge aus seiner Kolumne „Das Beste aus aller Welt“ widmen sich politischen Themen wie der vergangenen Bundestagswahl – jedoch mit einem sprachlich-witzigem Ansatz. Auch aus seinem neuesten Werk, „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“ liest er vor. Er wirft einen kritischen Blick auf den verschwindenden Anstand unserer Gesellschaft und endet in dem vorgetragenen Textauszug mit dem wichtigen Appell, auch beim Üblichen nicht mitzumachen, wenn es unanständig ist.

Den Bogen von ernsteren Themen zu leichter Kost zu schlagen, ist für den Journalisten kein Problem. Die letzten Lacher provoziert Hacke mit Auszügen aus seinem Buch „Der Weiße Neger Wumbaba“, in dem es um falsch gehörte Songtexte geht und den lustigen Neuschöpfungen, die dadurch entstehen können. Vorgetragen wurden alle Texte mit Leidenschaft und viel Talent, das Publikum zu fesseln, bei Laune zu halten und vor allem ausgiebig zum Lachen zu bringen. Alles in allem war es ein runder Abend, der einen bunten Einblick in das Werk von Axel Hacke gewährt hat.

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