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Konzert Zeltfestival

Bochum: Katie Melua beim Zeltfestival - viele Plätze blieben leer

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Bei der Zusammenstellung des Programms schöpft die für atmosphärischen Songwriter-Pop mit Einflüssen aus Folk, Jazz und Blues weltbekannte Sängerin/Gitarristin Katie Melua aus einem reichhaltigen Repertoire. Beim Zeltfestival in Bochum blieben aber viele Plätze leer.

Die Basis der aktuellen Shows in Bandbesetzung bildet eine 2018 veröffentlichte Werkschau der in London lebenden Georgierin mit der glasklaren Stimme.

Unaufgeregt bescheiden trat Katie Melua auf die Bühne. Schon früh brachte sie „Nine Million Bicycles“ aus dem Jahr 2005 und hatte die Fans direkt auf ihrer Seite. Interessant war auch die Cover-Version „Wonderful Life“ von Black, die mit jazzigen Elementen kaum wiederzuerkennen war.

Katie Melua beim Zeltfestival Ruhr.

Melua sang aber auch von ihrem „geheimnisvollen Leben“ und „Piece by Piece“, worin es um eine dreijährige Beziehung geht, als sie 20 war, und den die britisch-georgische Künstlerin 2005 selbst geschrieben hat. Auch in „Plane Song“ lässt sie ihr eigenes Leben (diesmal ihre Kindheit in den 1990er-Jahren in Georgien) vorbeiziehen und das Publikum an ihrer Vergangenheit teilhaben. 

Zugaben von Katie Melua

Als Zugaben gab es „I Cried for You“, das Cover „Diamonds Are Forever“ (diesmal mit glasklarer Stimme wunderbar interpretiert) und „What A Wonderful World“. 

Leider waren Hunderte Plätze leer geblieben. An der aus Georgien stammenden Sängerin mit Einflüssen aus Folk, Jazz und Blues dürfte kaum gelegen haben. Sie hatte sich auch in Bochum gewohnt liebevoll und bescheiden präsentiert.

Katie Melua beim Zeltfestival Ruhr.

Katie Melua im Interview

Vor ihrem Konzert beim Zeltfestival Ruhr in Bochum hatte sie uns Rede und Antwort gestanden.

Katie, am 12. Juli ist Ihre Tournee in Linz gestartet, ab dem 25. Juli sind Sie in Deutschland unterwegs. Sind Sie vor solchen Starts noch immer nervös?

Es ist immer eine aufregende Zeit, wenn es auf Tour geht. Am Anfang meiner Karriere war ich gerade mal 19 Jahre jung, heute bin ich 34. Mit den Jahren und der Erfahrung wird man natürlich etwas ruhiger, wird weiser, was sehr schön ist. Doch aufregend ist es immer wieder. Zudem freue ich mich, mit einem tollen Team und jungen Musikern unterwegs zu sein und hoffe auf eine tolle Zeit für alle. Denn solch eine Tour ist auch immer etwas Wunderbares. 

Mich persönlich hat ein Lied ganz besonders beeindruckt. „If you were a sailboat“. Mike Batt hat es komponiert. Haben Sie mit ihm über den Text gesprochen oder wissen Sie Sie, was die Inspiration für diesen Song war?

Mike schrieb das Lied vor unserem dritten Album. Ich glaube, Mike mag es, Lieder über Liebe und Beziehungen zu schreiben und sich von meinen geschriebenen Liedern inspirieren lassen. Und es hat immer etwas Magisches, wenn ein Mensch einen anderen liebt und es mit schönen Worten mitteilt, so wie in dem Lied. Und diese Vorstellung war sicherlich Inspiration für den Text. Ich selbst war nicht am Text beteiligt, doch habe sehr viel Pathos in das Lied gelegt, um es zu verstehen und den Inhalt gefühlvoll zu erzählen.

 Seit vergangenen Herbst ist Ihr Album „The Ultimate Collection“ auf dem Markt. Was hat Sie dazu inspiriert, „Bridge over troubled water“ von Simon & Garfunkel neu zu arrangieren?

Eine der größten Inspirationen in der Musik sind für mich die Klassiker der Popmusik. Und für mich ist „Bridge over troubled water“ ein wirklich monumentaler Song mit einer außergewöhnlichen Kraft. Es war reizvoll, solch einen Song auf meine Art neu zu interpretieren und zu singen. Und das habe ich versucht. 

Katie Melua mit Peter Maffay im MTV-Konzert 

In einem Interview sagten Sie 2008, dass Ihre Musik ein Mix aus Pop, Jazz und Folk sei. Sie würden nicht eine Nische passen. Ist das noch immer so?

Genau. Ich mag alle Genres, auch wenn ich mich nahe an der Folk-Musik bewege. Diese Songs haben einen ganz besonderen Ausdruck. So bin zwar geprägt von der Folk-Musik, würde aber nach wie vor nicht sagen, dass ich einzig diesen Stil präge. Es ist nach wie vor eine Kombination aus mehreren Musikrichtungen. Am Ende geht es mir aber darum, mich immer wieder neu zu hinterfragen, zu verbessern und meinem eigenen Qualitätsanspruch zu genügen.

Am 30. August treten Sie in Bochum beim Zeltfestival in Bochum auf, welches ein überschaubares, pittoreskes Festival mit einer liebevollen Location mir rührigen Organisatoren ist. Mögen Sie diese kleinen Festivals? Oder spielen Sie lieber die großen Gigs in den Arenen der wirklichen Metropolen?

Ich bin grundsätzlich erst einmal sehr, sehr glücklich darüber, dass Menschen zu meinen Konzerten kommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein großes Stadion ist oder eine kleine Location. Ich liebe jeden Auftritt, egal wo. Aktuell freue mich darauf, so viele neue Orte in Deutschland kennenzulernen und mit vielen tollen Fans meine Freude an der Musik zu teilen.

Laufen ist für Katie Melua Entspannung

Was machen Sie, um zwischen oder nach den Konzerten abzuschalten, um zu entspannen? Gibt es ein spezielles mentales Training oder Yoga? Oder Sport?

Oh, mein Mann ist ja Sportler. Er hat mich zum Joggen gebracht. Das hilft mir, meinen Stresspegel zu senken. Vor den Auftritten entspannt es mich aber auch, wenn ich meine Band sehe und mit ihr die Zeit verbringe. Wir haben ein tolles Gemeinschaftsgefühl. Das sorgt für inneren Ausgleich und Ruhe. So bekommen wir auch den Kopf frei für die anstehenden Auftritte, die kraftzehrend sind. Aber auch Reden hilft mir, um zu entspannen – und am Ende natürlich: einfach gute Musik singen.

Haben Sie noch Zeit, manchmal heim nach Georgien zu fahren?

Aber ja, ich war noch vor einigen Wochen in Georgien, als ein großer Kunstmarkt stattgefunden hat. Der Großteil meiner Familie lebt noch dort, ein anderer Teil in London.

Können Sie sich noch unerkannt bewegen?

Georgien ist ein kleines Land mit gerade einmal 3,5 Millionen Einwohnern. Die Menschen sind einfach nett. Niemand fühlt sich dort als Fremder. Jeder Mensch ist willkommen, egal ob er oder sie dort zu Hause ist oder nicht. Ich werde auf der Straße zwar erkannt und angesprochen, aber nicht, weil ich Katie Melua bin, sondern Georgierin. Denn in Georgien kennen sich die Menschen untereinander, wie in einer großen Familie.

Was macht Ihr Deutsch? Sie sangen mit Peter Maffay „Ich wollte nie erwachsen sein“ im „MTV unplugged concert“ – in deutscher Sprache…

Es war wirklich eine wunderschöne Geschichte, aber auch etwas brenzlig, weil die Menschen gesehen haben, dass ich Deutsch singe. Ich spreche aber kein Deutsch, bin aber fasziniert von Sprache, Tönen, Klängen, Geräuschen. Ich habe einige Monate gebraucht, um dieses Lied zu üben und einzustudieren. Immer und immer wieder habe ich mir eingeprägt, wie die deutschen Wörter klingen, wie man sie aussprechen muss. Das heißt aber nicht, dass ich Deutsch spreche. Es macht mich eher nervös, wenn ich danach gefragt werde . .

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