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Die Welt der Sinti und Roma: Jo Pieper brachte früh das Thema „Zigeuner“ in die ruhrländische Bildwelt.

Ein fast vergessener Künstler

Ausstellung im Drübbelken erinnert an Jo Pieper

Recklinghausen - Jo Pieper, ein fast vergessener Recklinghäuser Maler und Grafiker, bekommt zurzeit in der Galerie im Drübbelken eine Bühne. Unter der Schirmherrschaft der Ruhrfestspiele sind noch bis zum 2. Juni rund 30 Bilder, Skizzenbücher und Plakate in der Münsterstraße 5 zu sehen.

Jo, eigentlich Josef Pieper, 1893 in Recklinghausen geboren, studierte von 1911 bis 1915 an der Dortmunder Kunstgewerbeschule. Nach dem Krieg ließ er sich dauerhaft in Essen nieder, arbeitete erfolgreich als Werbegrafiker, entwarf Logos und Plakate für Messen und Ausstellungen. Ab 1934 unterrichtete Pieper an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. In der Kunstszene an der Ruhr galt Pieper seinerzeit als wichtige Vermittlerfigur, unter anderem als Vorstandsmitglied des Ruhrländischen Künstlerbundes.

Als freier Künstler malte er fast ausschließlich gegenständlich, war ein begnadeter Zeichner. Neben Stadt- und Landschaftsbildern faszinierte ihn die Welt der Sinti und Roma, die er im 1. Weltkrieg in Galizien kennengelernt hatte. Es handele sich zwar um stark romantisierende Darstellungen, trotzdem habe Jo Pieper das Zigeunerleben in die heimische Bildwelt gebracht und einen wichtigen Beitrag für die Auseinandersetzung mit Fremde und Heimat geliefert, sagt Christof Belmann-Weinrich.

Drübbelken, Münsterstraße 5, RE. Terminabsprache für Führungen mit Christof Belmann-Weinrich, Tel. 0152/38785201.

Der Kunsthistoriker hat sich zusammen mit den Sammlern Rudolf Schumacher und Thorsten Tonski auf Spurensuche gegeben. Die umfangreichen Recherchen des Trios mündeten in der sehenswerten Ausstellung und einem begleitenden Katalog.

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