Ein kunterbuntes Festival

Fringe erobert wieder die Stadt

Recklinghausen - Die Ruhrfestspiele laden Kinder ins Theater ein. Hauptsponsor innogy beteiligt sich weiter daran – trotz aktueller Übernahmedebatten. Allerdings wird es wohl das letzte Fringe-Festival dieser Art sein.

Podewitz ist ein Prinz und bekommt alles, was er sich wünscht. Trotzdem vermisst er etwas. Wenn er in den Spiegel schaut, sieht er immer nur sich selbst. Ihm fehlt ein Freund. Also macht er sich auf die Suche und will demjenigen, der sein Freund sein möchte, seine Krone schenken. Dumm nur, dass er jemanden trifft, der schon eine Krone hat und dazu noch ein Mädchen ist: Prinzessin Pusnelda …

Insgesamt 1.800 Kinder aus Kindergärten und Grundschulen aus zehn Kommunen vom Vest bis nach Werne, Selm und Holzwickede können dank der „Fringe-Mobil- Tour“ wieder kostenlos Ruhrfestspiel-Luft schnuppern und eine Stunde lang die Abenteuer des kleinen Podewitz im Stück „Rosarot und Himmelblau“ verfolgen. Möglich macht das neben den Ruhrfestspielen selbst auch innogy SE als Hauptsponsor. Für den Energiekonzern stand die Zusage für Fringe aber auch offenbar nie auf der Kippe. „Wir waren vom ersten Festival an dabei und bleiben es auch“, so Regionalleiterin Maria Allnoch im Gespräch. Es stünde außer Frage, Jugendliche darin zu unterstützen, sich für Kultur zu begeistern: „Sie sind das Theaterpublikum von morgen.“

Und so stemmen beim diesjährigen Fringe-Festival 26 Künstler und Ensembles aus 14 Ländern vom 22. Mai bis 16. Juni in acht Spielstätten Recklinghausens spannende Performances vom Schauspiel bis zum Tanz, vom Zirkus bis zum Figurentheater, von Akrobatik bis zur Musik.

Auch und gerade in seiner letzten Festspielzeit hat Intendant Frank Hoffmann noch einmal Künstler aus aller Welt von Chile und Brasilien über Portugal und Schweden bis Rumänien beim schrägen Off-Festival um sich gescharrt. Und wenn der Festspielleiter Tipps für das umfassende Programm abgeben soll, dann tut er das mit Wehmut, wohl wissend: Mit seinem Abtritt wird Fringe wohl begraben. Denn Nachfolger Olaf Kröck plant bislang keine Fortsetzung.

„Jung, frisch und unkonventionell“

Karten zu den Veranstaltungen der Ruhrfestspiele gibt es in den Geschäftsstellen des Medienhauses Bauer, im RZ- und SZ-Ticketcenter oder aber unter Tel. 02 09 / 14 77 999.

Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche hat dazu eine glasklare Meinung, die viele Festspielbesucher teilen dürften: „Die Fringe-Idee hat der Stadt gut getan. Auch ich wünsche mir, dass das Festival fortgeführt wird.“ Hier würden Künstler, die noch jung, frisch und unkonventionell auftreten, auf den Weg zu ganz Großem gebracht. Und als Tesche Hoffmanns prägende Intendanz sowie seine „klar europäische, in Teilen sehr mutige Ausrichtung mit Fringe als Bereicherung“ lobt, da muss der Festspielchef schwer schlucken. Denn eines hat sicher gemerkt: So, wie der kleine Podewitz hat auch Frank Hoffmann am Grünen Hügel auch dank Fringe Freunde gefunden – und wohl nicht nur einen.

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