LWL-Römermuseum

Museum in Haltern feiert seinen 25. Geburtstag

Haltern - Mit der Eröffnung des Museums kehrten vor 25 Jahren die Römer nach Haltern zurück. Der "Eroberungszug" ist längst nicht zu Ende. Das Jubiläum ist vielmehr Auftakt für neue Unternehmungen.

Das Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe feiert Geburtstag: Am 25. November vor 25 Jahren weihte der damalige NRW-Kultusminister Hans Schwier das architektonisch spektakuläre Haus mit seinen 14 zeltförmigen Oberlichtern ein. Seither haben sich 1,3 Millionen Besucher (40 Prozent sind unter 30 Jahre alt) die Exponate, die vom Leben der Römer in der Lipperegion erzählen, angesehen. Am Sonntag, wieder einem 25. November, erinnert ein großes Fest an die Anfänge. Von 10 bis 18 Uhr erwartet die Gäste bei freiem Eintritt ein vielfältiges Programm für die ganze Familie.

Der Museumsgeburtstag wird nicht nur mit frisch gebackenem Brot und römischem Gewürzwein gefeiert. Kohorten aus Opladen und Bergkamen kommen und erklären, wie man Kettenhemden herstellt, Lederzelte näht und warum sie überhaupt dem Imperium Romanum Freizeit widmen. Das Museum wird an diesem Tag wie gewohnt seinem Anspruch gerecht, ein Haus des Mitmachens zu sein.

"Es ist ein Verdienst von Museumspädagogin Renate Wiechers, dass hier die Besucher nicht nur schauen, sondern anfassen und im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte begreifen können", sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Dienstag im Halterner Museum. Kinder sind eingeladen, römische Orden und Buttons mit verschiedenen Motiven zu basteln, Spielebegeisterte würfeln mit Tavernenwirtin Cynthia. Außerdem hängen römische Gewänder zur Anprobe bereit. Daneben sorgen Filme und besondere Präsentationen für weitere Unterhaltung. Überschrieben ist das lebendige Treiben mit dem Motto "Vivat, vivat! XXV Jahre-LWL-Römermuseum".

Der Museumsleiter sucht Legionäre

Doch am Geburtstag schwelgt das Museum nicht nur in Erinnerungen. Dr. Josef Mühlenbrock, seit September als Nachfolger von Dr. Rudolf Aßkamp Leiter des Museums, hat große Pläne. Die in Haltern stationierte und in der Varusschlacht aufgeriebene 19. Legion soll zum Leben erweckt werden. Dafür sucht Josef Mühlenbrock neue Legionäre. Sieben hat er bereits gefunden, zwei davon kommen aus Haltern. Einer in der Truppe ist Aaron Osterloh, zurzeit sogenannter Bufti (Bundesfreiwilligendienst) im LWL-Römermuseum. Der 18-Jährige, Mitglied in der 501st Star Wars-Legion, verlässt dafür seine Pfade als Sternenkrieger und schlüpft in die Rolle des römischen Soldaten.

Josef Mühlenbrock hätte gern mindestens zehn Legionäre, die sich jetzt in den Wintermonaten treffen und eine römische Ausrüstung nähen und nachbauen. Er heuert seine Mannen selbst auf Bierdeckeln an: "Aliso braucht dich!" oder "Kettenhemden kratzen kaum". Kratzen wird nur die Tunika aus Wolle. Wenn der Römerpark im nächsten Fr

Die Zukunftspläne reichen aber noch weiter. Die Römerbaustelle auf dem Gelände des historischen Lagers Aliso soll wachsen. "Wir wollen noch mehr römische Gebäude wie Legionärs- und Offiziersunterkünfte oder die zivilen Handwerksstuben anhand der Grabungsfunde originalgetreu rekonstruieren und dann auch bespielen", kündigten Matthias Löb und Josef Mühlenbrock an. Erstes Projekt ist das Torhaus, in dem die Römer ihre Kampfmaschinen aufbewahrten. Das Gelände ist ausgegraben, die Ergebnisse werden aktuell wissenschaftlich aufgearbeitet.

Viele Pläne also, aber ein Geburtstagskind darf immer auch einen Wunsch äußern. Den hat Josef Mühlenbrock. "Wenn das Römerschiff Viktoria in Haltern wieder Wasser unter den Kiel kriegen könnte, wäre das wunderbar." Das kann auf der Lippe sein, am besten auf dem Stausee und nur zur Not in einem Becken auf dem Museumsgelände.

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