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Happy: Kurt Krömer mit seinem zweiten Grimme-Preis.

Freche Talkshow "Chez Krömer"

Grimme-Preisträger Kurt Krömer: "Scheitern ist das Wichtigste"

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Grimme-Preisträger Kurt Krömer verrät im Interview, was er über Humor denkt.

„Dann wollen wir mal gucken, was die Katze uns heute vor die Tür gelegt hat.“ Mit diesem Satz beginnt Kurt Krömer seine freche Talkshow „Chez Krömer“ – eine Mischung aus Journalismus und Comedy. In einer engen Zelle verhört er seine Gäste, nimmt sie in die Mangel, fällt ihnen ins Wort, wenn sie labern. Jung-Politiker Philipp Amthor überreicht er ein Malbuch, mit Handballer Stefan Kretzschmar feiert er bei einer Tasse Champagner, Döner und türkischem Handwasser seine Freundschaft. 

200 Eingeladene hätten schon abgesagt, darunter alle AfD-Politiker, erzählte Krömer bei der Präsentation der Grimme-Preise. Mittlerweile habe er das Konzept geändert, scherzte er in der Sendung: „Chez Krömer ist jetzt die Anlaufstelle für Arschlöcher und Freunde. Wir sagen aber nicht, wer wer ist.“ Das verriet Kurt Krömer auch nicht in unserem Interview: 

Die internationale Show war fünfmal nominiert, mit „Chez Krömer“ bekommen Sie schon beim ersten Mal den Grimme-Preis. Kapieren die Jurys heute schneller die Gags?
Keine Ahnung, aber ich hatte mir selber vorgenommen, dass es diesmal schneller gehen muss. Ich bin nicht mehr der Jüngste. 

Jetzt haben Sie den Preis, da könnten Sie wieder was Neues anfangen...
Nee, jetzt werden wir erst heiß. Aber is klar, dass ich das nicht ewig machen werde. 

Es heißt über Sie: Kurt Krömer beginnt andauernd Dinge, die nie zu Ende gehen.
Ja, es wäre ‘ne Horrorvorstellung, wenn ich das die nächsten 30 Jahre mache. Irgendwann komme ich in eine künstlerische Unterzuckerung und dann muss wat Neuet her. 

Wie geht es mit „Chez Krömer“ weiter? Wollen noch genügend Gäste Ihr Freund sein?
Es wird sehr eng. Wir kriegen sehr viele Absagen. Es bleibt spannend. Im Herbst geht‘s weiter mit sechs neuen Folgen. Wir müssen im Gegensatz zu anderen Talkshows viel früher anfangen mit den Anfragen. 

Die Grimme-Jury schrieb, Sie mögen das Chaos, wenn Ihre Show aus dem Ruder läuft. Ist da was dran?
Ja, absolut. Wir bauen monatelang akribisch mit Friedrich Küppersbusch (Produzent) das Kartenhaus auf und dann wird et elegant einjerissen. Aufbau und Zerstörung. Was mich langweilt, ist, wenn die Leute in Talkshows immer das Gleiche erzählen und die Leute nicht nachhaken. Da versucht man, den Gästen den Stock in die Speichen zu schieben. 

Alles ausprobieren, ohne Angst vor dem Scheitern – ist das Ihr Konzept?
Scheitern ist das Wichtigste. Humor hat immer mit Scheitern zu tun, damit, dass die Dinge nicht glatt laufen. Das Beste, was einem passieren kann als Komiker, ist dass wat schief läuft.

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