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Oppa Friedbert (Axel Schönnenberg) bringt Schwiegertochter Karin (Susi Fernkorn) gerne und oft zur Weißglut.

„Das Phantom vom Oppa“ im Mondpalast

Viel zu lachen, viel zu denken

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Herne - Oppa Friedbert nervt gewaltig. Schwiegertochter Karin mit seinen ewigen Sticheleien, weil die „nur“ Hauptschullehrerin ist, wohingegen er Studiendirektor war; die komplette Familie mit seinen Fantastereien von einem Zwillingsbruder, von dem früher nie etwas zu hören, geschweige denn zu sehen war; und überhaupt und sowieso, denn Oppa weigert sich hartnäckig, seine Dachgeschosswohnung mit dem ihm zugedachten gemütlichen Plätzchen in der Seniorenresidenz zu tauschen – stattdessen lieber der Leiterin derselben, zufälligerweise eine ehemalige, einst wie heute in ihn verliebte Schülerin, an die Wäsche geht.

Das – in etwa – ist die Ausgangssituation der turbulenten Revierkomödie „Das Phantom vom Oppa“, für die sich nun im Mondpalast der Premierenvorhang hob und nach zwei höchst vergnüglichen Stunden unter dem Jubel des Publikums auch wieder senkte. Ausgedacht hat sich die „zwei Tage im Leben einer ganz normalen Familie“ Regisseur Thomas Rech – und der packt so ziemlich alles rein, was ihm (und gewiss vielen anderen auch) gehörig auf den Keks geht: von der geringen Wertschätzung der Hauptschullehrerschaft über die Unterbesetzung und -bezahlung von Pflegekräften in Altenheimen bis hin zu üblen Machenschaften in der Politik. Hinzu gesellen sich die üblichen Probleme und Problemchen in einem Mehrgenerationenhaus: Man hat sich lieb, aber man kann sich auch von Herzen hassen. Ein glänzend aufgelegtes Mondpalast-Ensemble stemmt dieses Themen-Potpourri mit links, allen voran Axel Schönnenberg als Oppa, Silke Volkner als Ex-Schülerin Waltraud und Susi Fernkorn als Schwiegertochter. Das außergewöhnliche Bühnenbild von Arke Zeiß, das sich locker über die begrenzten räumlichen Möglichkeiten im ehemaligen Saalbau Wanne-Eickels hinwegsetzt, macht den Spaß perfekt.

Die nächsten Termine: 12., 13., 14., 26., 27. und 28. Oktober, 20 Uhr, sonntags 17 Uhr; Karten gibt es im RZ- und SZ-Ticketcenter oder unter Tel. 02 09 / 14 77 999.

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