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Begeisterten das Publikum im Festspielzelt der Ruhrfestspiele: die Humanophones.

"Humanophones" aus Toulouse

Viel mehr als nur Stimmen

Recklinghausen - „Schatz, liebst du mich?“ – „Nein.“ Wir allen kennen das, wenn das Herz aus dem Takt gerät. Und doch schlägt es noch, es hat nur einen anderen Rhythmus. Den zu erkennen, hat sich die lose Formation „Humanophones“ aus Toulouse auf die Fahne geschrieben. Je fünf Mitglieder, darunter drei Sänger und zwei Body-Drummer, haben es sich zur Aufgabe gemacht, A-capella auf den Bühnen der Welt in ein ganz neues Licht zu rücken.

Mit Stampfen und Klatschen, Schnalzen und Schnipsen sowie allen erdenklichen Möglichkeiten, die man neben der Stimme so hat, kreieren die Humanphones ein ganz neues Genre, das sie kurzerhand „Body Pop Music“ nennen. Und genau damit drücken die fünf menschlichen Resonanzkörper den Ruhrfestspielen einen kräftigen Farbtupfer französischer Machart auf, der im Festspielzelt richtig gut ankommt.

Da wird zum einen die Distanz hinterfragt, die die meisten Menschen heute zu ihrem Körper haben. Da wird aber auch schnell deutlich: „Diese Art von Musik ist geradezu eine Art Therapie“, etwa für diejenigen, die zum Beispiel nur wegen ein paar Pfunden zuviel auf den Rippen ihr Selbstvertrauen verloren haben.

Egal ob Jazz oder Pop, Funk oder Soul, Weltmusik oder der eigene innere Rhythmus, der selbst im Schlaf noch musische Töne erzeugt, es kommt immer darauf an, seine innere Harmonie zu finden. Dann klappt es auch mit der Umwelt.

In Ansätzen ist das am grünen Hügel durchaus sehr humorig, von der Machart vor allem perfekt dargebracht, und das Publikum hat beim Mitmachen seinen Spaß an den prall gefüllten 75 Minuten. Doch so manches Mal wirkt das Treiben avantgardistisch schräg, neigen die Fünf zum Overacting. Egal, Avantgarde muss man nicht im Detail verstehen und die Kernbotschaft ist ja klar.

Und das Bemerkenswerte an den Humanophones bleibt ihr Einklang mit sich selbst und den anderen, ihr Funktionieren als Team, in dem sich keiner hervortun muss. Dieses Einverständnis ist schön zu erleben, macht die Show authentisch und hat den herzlichen Applaus und die Forderung nach der dargebotenen Zugabe wahrlich verdient.

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