Kaleni Kollective

Wenn Namibia auf die Zukunft der Arbeit blickt

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Recklinghausen - Der abscheulich-gewaltvolle koloniale Hintergrund von Deutschland in Namibia müsste gemeinsame Utopien eigentlich unmöglich machen. Das namibianische Kaleni Kollective jedoch macht genau das.

In dem genreübergreifenden OWELA-Festival bei den Ruhrfestspielen – und später auch in Windhoek – setzen sich u.a. Stars der namibianischen Szene in sieben völlig unterschiedlichen Performances natürlich mit der Vergangenheit, aber ganz besonders mit der Zukunft der Arbeit in Namibia und Deutschland auseinander. Ausgehend von einer total offenen künstlerischen Ausgangsposition sind Werke entstanden, die sie ab heute bei den Ruhrfestspielen zeigen.

Julia Wissert hat zum Beispiel Jugendliche aus Omitara, dem Dorf, in dem zum ersten Mal ein echtes Grundeinkommen ausgezahlt wurde, nach ihren Plänen und Erfahrungen befragt. Übrigens: Die 34-Jährige soll, wie soeben bekannt wurde, die neue Intendantin des Schauspiels am Theater Dortmund werden. Und das zusammen mit OWELA-Projektleiterin Sabine Reich als Chefdramaturgin. Sie gehört dann zu den bisher jüngsten Intendantinnen Deutschlands.

Nashilongweshipwe Mushaandja wiederum, Performer, Pädagoge, Autor und Doktorand am Zentrum für Theater-, Tanz-, Performance-Studien der Uni Kapstadt, präsentiert Stille, Lärm, Liebe und Kampflieder aus dem südlichen Afrika. Und das als Form des Widerstands auch gegen das Verdrehen des Wissens in den vielen meinungsbildenden Archiven.

Die Künstlerinnen setzen sich ansonsten mit Hausarbeit und der Arbeit auseinander, die als „Schwarze Arbeit“ gilt, sie nehmen das Publikum mit als Reiseführer in das zukünftige Namibia – und sie entwerfen eine Zukunft, in der Land und Besitz, Arbeit und Zeit eine völlig neue Bedeutung erhalten.

8. Mai, 20 Uhr; 9. Mai, 18 Uhr; 10. Mai, 20 Uhr; 11. Mai, 20 Uhr, mit Robert Machiris „Pungwe Nights“; 12. Mai, 16 Uhr. Karten in allen Geschäftsstellen des Medienhauses Bauer. Englisch-Kenntnisse sind nicht nötig.

Die einzelnen Performances werden hintereinander gezeigt, nicht zentral auf einer Bühne, sondern verteilt in der Halle König Ludwig 1/2. Es ist also möglich, in gut zwei Stunden alles zu sehen. Im Anschluss lädt das Kaleni Kollective zum Gespräch, zur Auseinandersetzung, zur Diskussion ein.

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