Ruhrfestpsiele 2019

A-Capella-Kunst auf allerhöchstem Niveau

Recklinghausen - Slixs begeistern ihr Publukum erst in der Christuskirche und einen Tag später im Ruhrfestspielhaus.

Sie sind gut. Richtig gut. Aber sie sind auch anders. Anders, als die meisten Vokalensembles. Slixs beherrschen die A-Cappella-Kunst über alle Genre-Grenzen hinweg. Sie können Pop-Songs beispielsweise von Prince, wie jetzt im Ruhrfestspielhaus, fantastisch – und sehr funky – von der Bühne schmettern. Und sie können wunderschöne Jazz-Balladen hauchzart ins Publikum wehen lassen. Auch die Kunst der Body-Percussion haben sie wirklich richtig gut drauf.

Aber sie können auch, und das bewies die Formation bereits einen Tag vorher im Rahmen der Ruhrfestspiele mit ihrem Programm „Silent“ in der Recklinghäuser Christuskirche, Shakespeare-Zeilen („Tired With All These“) klanglich atemberaubend zum Leben erwecken und mit Goethe-Vertonungen („Wanderers Nachtlied“) brillieren. Spätestens wenn sie mit ihrem Bach-Programm anfangen, zeigt sich wahre Meisterkunst. Das ist wortwörtlich unerhört gut – und intonatorisch brillant.

Weltweit höchste Auszeichnung für Vokalkunst

Die Kunst der Reduktion, die Art und Weise der völligen solistischen Zurücknahme für das Gesamterlebnis und das absolute gesangliche Aufgehen im überaus harmonischen Gesamtklang ist dabei wirklich einzigartig – und ungeheuer schwierig. Das ist Weltklasse. Nicht umsonst wurden Slixs mit der weltweit höchsten Auszeichnung für Vokalkunst – dem CARA (Contemporary A Cappella Recording Award) – für den besten Jazzsong und den besten Folk/World Song prämiert.

Ob nun die hinreißenden Goldberg-Variationen oder Präludium und Fuge c-moll – die Vokalartisten Michael Eimann, Gregorio Hernàndez, Karsten Müller, Thomas Piontek, Konrad Zeiner und Mareike Liebermann werden vom Publikum – wie in der Christuskirche – ebenso gefeiert, wie von weltberühmten Kollegen wie Gabriel Crouch von den King’s Singers („Better than any group ever heard!“) oder Bobby McFerrin ( („I’ve never heard these tunes so funky“).

Und auch im Ruhrfestspielhaus vermisste bei dem deutlich lauteren Programm „Playgrounds“ ganz sicher niemand eine Band. Das Publikum war restlos begeistert. Zwar musste der durch eine Fußmanschette eh schon gehandicapte Gregorio D’Clouet Hernández, der seinen Part an diesem Abend sitzend absolvierte, aus anderen gesundheitlichen Gründen zwischenzeitlich die Bühne verlassen. Nach der Pause und dem Daumendrücken des Publikums jedoch eröffnete er dann mit einer Variation von „Sign o’ the Times“ von Prince die zweite Hälfte des Abends.

Ganz zum Schluss verabschiedete das Publikum Slixs mit stehend dargebrachten Ovationen – und wurde mit einer Variation von TLC’s „Waterfalls“ belohnt.

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