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Olaf Kröck (v.l.) im Gespräch mit Sophia Schönborn, Achim Vanselow und Rüdiger Sage.

Ruhrfestspiele 2019

Diskussionsrunde im Festspielhaus mit Intendant Olaf Kröck

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Recklinghausen - Die letzte Ausgabe von „Partei ergreifen“, die jetzt im Rahmen der Ruhrfestspiele über die Bühne ging, trug den Titel „Gespräche über Bäume“.

Das Interesse an dem offenen Forum war groß, so dass das Personal im Festspielhaus sogar noch zusätzliche Sitzplätze holen musste. Die Moderation übernahm Festspiel-Intendant Olaf Kröck. Die Liste der geladenen Gäste ließ schon vorab auf einen spannenden Diskurs hoffen. Dem konnten die Diskutanten allerdings nur in Teilen entsprechen. Auf der kleinen Bühne der Bar 42 begrüßte Olaf Kröck Achim Vanselow (DGB NRW), Bettina Hahn (Sprecherin Baumschutzgruppe Recklinghausen), Sascha Berger (Gewerkschaft der Polizei), Sophia Schönborn (KlimaDiskurs.NRW) und Rüdiger Sagel (Die Linke).

Der Klimawandel, das Rezo-Video, autofreie Innenstädte und der Kohleausstieg sind Themen, die Moderator Kröck zur Diskussion stellt. Ein ambitioniertes Vorhaben, all diese Fragen auch beantwortet zu bekommen. Und natürlich äußern sich die Diskutanten auch – nacheinander – zu den von Kröck gestellten Fragen, machen ihre Positionen klar. Bettina Hahn lässt wissen, dass das Fällen von Bäumen eine Katastrophe für das Klima sei – klar.

Baumschützer würden Symbol-Politik betreiben

Aus ästhetischen Gründen sei das ebenfalls ein Problem – auch da keine Widerworte aus dem Publikum. Achim Vanselow wiederum erklärt, dass der Klimaschutz nicht zulasten von Arbeitsplätzen erfolgen dürfe – ein Zwischenruf. Ob man nicht vielmehr darüber nachdenken müsse, dass Wirtschaft und Industrie sich den Anforderungen des Klimas anpassen, fragt der Mann aus dem Publikum. „Ja dann geh doch noch ’nen Baum umarmen“, entgegnet eine Dame hörbar erregt. Polizist Sascha Berger war im Hambacher Forst im Einsatz und wurde, „mit Scheiße beworfen."

Ein überraschend verhaltenes Raunen macht die Runde. Rüdiger Sagel erklärt, er sei schon vor 40 Jahren im Hambacher Forst aktiv gewesen. „Da standen noch alle Bäume. Heute sind mehr als drei Millionen Bäume weg“, sagt er. Sascha Berger merkt an, die Baumschützer würden Symbol-Politik betreiben.

„Die Proteste hätten früher erfolgen müssen, nicht erst jetzt, wo eh kaum noch Bäume da stehen“, sagt er. Applaus an einem Tisch, ansonsten bleibt es auch hier überraschend ruhig im Saal. Schnell wird klar, jeder der Diskutanten hat seine Fan-Gruppe im Schlepptau. Die applaudiert erwartungsgemäß zuverlässig, zu den jeweiligen Redebeiträgen, die bisweilen aber auch sehr langatmig ausfallen. Das merkt später auch einer der Zuschauer an.

Fazit: Ein Format, das Olaf Kröck hoffentlich beibehält. Ebenso wünschenswert wäre dann aber auch eine Moderation, welche die Diskutanten mehr fordert und aus ihrer Komfortzone holt.

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