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Olaf Kröck (Intendant der Ruhrfestspiele) und Cornelius Demming (Leiter des Theater Marl).

Ruhrfestspiele

Darum gehört der Zirkus ins Theater

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Marl/Recklinghausen - Die Ruhrfestspiele setzen auf kreative Akrobaten aus aller Welt. Am Freitagabend gab die Compagnie Lapsus mit ihrer poetischen Produktion „Boutelis“ ihr Deutschland-Debüt auf der Marler Theaterbühne.

Am Freitagabend gab die Compagnie Lapsus mit ihrer poetischen Produktion „Boutelis“ ihr Deutschland-Debüt auf der Marler Theaterbühne. Das junge Ensemble aus Toulouse steht für den Neuen Zirkus, dem der Intendant der Ruhrfestspiele, Olaf Kröck, in seinem ersten Festivalprogramm einen eigenen Schwerpunkt widmet. Wer beim Neuem Zirkus an gigantische Spektakel wie Cirque du Soleil denkt, soll bei den Ruhrfestspielen in kleinerem Rahmen Vielfalt von der poetischen Traumreise bis zum Slapstick erleben.

In Ländern, wie Frankreich, Schweden, Australien oder Kanada sei der Neue Zirkus als eigenständige Kunstform bekannt, so Kröck: „In Deutschland gibt es nicht einmal eine vernünftige Förderkultur.“ Zwei deutsche Produktionen im Programm sollen zeigen, dass es nicht etwa an Potenzial mangelt. Der Neue Zirkus sei ein Experiment mit Musik, Tanz, Theater, Akrobatik und Bildender Kunst – und er gehöre ins Theater, betont Olaf Kröck. „Viele Produktionen brauchen die Technik. Die Bühne ist für den Zirkus die Neuentdeckung des Raums.“

Neuen Zirkus gab es immer bei den Ruhrfestspielen und beim Fringe-Festival, auf der großen Bühne und im kleinen Zelt. Jetzt soll er als eigene Marke in den Blick rücken, ein Angebot für ganze Familie und alle, die es sonst eher nicht in ein Theater zieht. „Die Trennung von Unterhaltung und Kunst gibt es nicht“, schwärmt der Festivalchef.

Dass andere Länder dem Genre aufgeschlossener gegenüber stehen, dafür steht auch die Compagnie Lapsus aus Frankreich. Kennengelernt haben sich die meisten Mitglieder an der Zirkusschule von Lyon. „Auch deutsche junge Artisten kommen zu uns, um diese Form der darstellenden Kunst zu studieren“, erklärt Emsemblemitglied Ronan Duée. „Boutelis“ ist eine über zwei Jahre vom Ensemble entwickelte Produktion. Es geht um den Zustand zwischen Wachen und Schlafen, in der die Grenzen zwischen Vision und Wirklichkeit verwischen. Es ist eine Reise zwischen zwei Welten, eine innere und eine äußere. Ein Zimmer, ein Bett, ein Spiegel, eine Frau und sechs Männer laden zu dieser poetischen Fantasiereise ein.

Nach diesem Auftakt geht es in Marl mit der Compañía de Circo „eia“ aus Katalonien weiter und der Produktion „inTarsi“. Für diese und die meisten anderen Veranstaltungen des Neuen Zirkus sind noch Tickets zu haben.

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