Auch Benno Jochims aus der Seniorenresidenz am Festspielhaus ist mit seinem Porträt in der Kunstaktion „Inside Out“ nun einer der Stars der Ruhrfestspiele.
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Auch Benno Jochims aus der Seniorenresidenz am Festspielhaus ist mit seinem Porträt in der Kunstaktion „Inside Out“ nun einer der Stars der Ruhrfestspiele.

Theaterfestival

Ruhrfestspiele Recklinghausen 2020: Projekte der Schulen werden auf anderen Wegen präsentiert

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  • Tina Brambrink
    Tina Brambrink
  • Jan Mühldorfer
  • Katharina Weber
    Katharina Weber

Das Coronavirus macht den Ruhrfestspielen Recklinghausen einen Strich durch die Rechnung. Das Theaterfestival musste abgesagt werden. Einige Projekte werden in abgewandelter Version präsentiert.

  • Vom 1. Mai bis 13. Juni 2020 sollten die Ruhrfestspiele stattfinden
  • Das Theaterfestival musste wegen des Coronavirus abgesagt werden
  • Fast 1000 Fans nehmen am "Inside Out Project" teil

Update, 1., Juni 16.20 Uhr:

Die Ruhrfestspiele 2020 mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Auch die im Rahmen des von der Mercator-Stiftung unterstützten „Lernpark“-Konzepts entstandenen Kunstprojekte an vier Schulen in Recklinghausen sind betroffen.

Aufgeben kommt aber nicht infrage, alle Beteiligten haben über Monate so viel investiert: Statt die seit dem letzten Herbst laufenden Vorbereitungen einzumotten, wurde umdisponiert. Jetzt finden die Premieren auf anderen Kanälen statt.

Update, 1. Juni, 14.40 Uhr: Ein Herz für den Neuen Zirkus: Bei einem digitalen Ruhrfestspiel-Veranstaltertreffen haben die Verantwortlichen jetzt nach einer Lösung gesucht, um den Künstlern durch die Corona-Krise zu helfen.

"Inside Out Project": 1000 Selbstporträits hängen am Festspielhaus Recklinghausen

Update, 21. Mai, 17.37 Uhr: Das "Inside Out Project", initiiert von dem Fotografen JR, einem der gefragtesten Gegenwartskünstler der Welt, hat weltweit mittlerweile bereits über 360.000 Porträts in 142 verschiedenen Ländern hervorgebracht. 

Knapp 1000 dieser Selbstporträts – größtenteils aus der Region – machen das Festspielhaus in Recklinghausen ab sofort zur Bildergalerie. Überlebensgroß. Wir haben mit Festspiel-Intendant Olaf Kröck darüber – und über die unglaubliche Resonanz – gesprochen.

Die wichtigste Frage zuerst: Wie ist das Projekt überhaupt aufgenommen worden? Auf welche Resonanz ist es gestoßen? Wieviele Leute haben sich beteiligt? 

Es haben sich knapp 1000 Leute beteiligt. Es ist also zahlenmäßig und in der Rückmeldung auf sehr sehr große Resonanz gestoßen. Wir mussten gar nicht lange überzeugen. Wir haben übrigens auch Künstler angesprochen – und auch da gab es ganz schnell Rückläufe. Das waren Leute wie Stefanie Reinsperger, Wolfram Koch, Constanze Becker, Moguai, die Tiger Lillies sind komplett dabei… Das ging richtig schnell, dass die ersten Rückläufe kamen. Und ganz viele sind einfach auch treue Besucher der Ruhrfestspiele. 

Haben die Leute, die sich mit Bildern beteiligt haben, etwas dazu geschrieben – oder die Fotos nur kommentarlos eingeschickt? 

Man konnte aus technischen Gründen nichts dazu schreiben. Nur das Bild hochladen und eine Datenschutz- und Bild-Überlassungserklärung zeichnen. Mehr war gar nicht möglich. 

Wie schwierig war die Umsetzung? Die Glasfassade ist jetzt nicht wirklich klein und nicht wirklich niedrig. 

Eigentlich sollte das Projekt ja am Karstadt-Gebäude in der Innenstadt laufen. Jetzt ist es sehr viel größer geworden als wir es ursprünglich geplant hatten. Auch die Seiten des Festspielhauses werden wir füllen müssen. Das war natürlich etwas knifflig. Auch wegen der Verstrebungen hinter dem Glas der Fassade. Aber das hatte auch etwas Gutes: So konnten wir endlich auch wieder mal ein paar mehr Menschen beschäftigen. 

Wie lange werden die Bilder hängen bleiben? 

Bis jetzt hatten wir vor, das Projekt bis Ende der eigentlich geplanten Ruhrfestspiele laufen zu lassen. Ob es länger geht, klären wir aber gerade ab. 

Gab es schon erste Resonanzen von Leuten vor dem Festspielhaus, die sich selbst oder andere Bilder angeguckt haben? 

Ja, ganz viele. Gerade erst ist eine Hochzeitsgesellschaft vorbeigekommen – und hat sich vor den Bildern fotografieren lassen. Und sie haben genau geguckt, vor welche Bilder sie sich stellen. Die Reaktionen liegen zwischen „Ich will mich selber finden“ oder auch „Guck mal, ist das nicht…“. Wir versuchen übrigens auch noch zu klären, ob wir die Bilder nach einem Abbau den Besitzern zukommen lassen können. Das wissen wir aber noch nicht. Es ist dünnes Papier, auf Glas geklebt. Ob das rückstandslos und unversehrt geht, muss man noch gucken. Wenn wir es wissen, sagen wir Bescheid. 

Die eigentlich grundlegende Frage zum Schluss: Was wollen sie uns eigentlich damit sagen? 

Viel. Zum einen: Die Ruhrfestspiele sind lebendig. Und sie sind da! Zum anderen: Wir sind eine gemeinsame Gruppe von Künstlern, Zuschauern, Mitarbeitern. Und diese Krise braucht Gemeinschaft. Keine Separierung in „Wir“ und „Die“. Es betrifft uns einfach alle – und in dieser Krise sind wir alle gleich. Die Fotos sind deshalb auch rein nach dem Zufallsprinzip gehängt. Das ist kein geplanter Prozess. Und wir wollen natürlich – wie der Name schon sagt – dass Innen nach Außen kehren. Nach dem Motto „Wir sind drinnen – aber sichtbar“. Das finde ich auch deshalb wichtig, weil viele derzeit lautstark nach außen drängen, um Partikular-Meinungen herauszubrüllen. Die vielen Stillen, die innen, geben aber auch ein Statement ab. Ein lautes Statement der Solidarität, des Gemeinsam-gesellschaftlich-an-einem-Problem-arbeitens. Durch Rücksicht, Distanz und Sich-Zurücknehmen.

Internet-Adresse: www.insideoutproject.net

Olaf Kröck ist seit der Spielzeit 2019 neuer Intendant der Ruhrfestpiele Recklinghausen.

Update, 16. Mai, 7.45 Uhr: Nachdem die Ruhrfestspiele erstmalig in ihrer 69-jährigen Geschichte abgesagt worden waren, rief Intendant Olaf Kröck zur Teilnahme am „Inside Out Project“ auf. 750 Fans des Festivals beteiligten sich mit Porträt-Fotos „aus der Isolation“, schwarz-weiß, kein Schnickschnack, „nur“ ein Gesicht vor neutralem Hintergrund. Ab Montag werden die großformatigen Bilder an die Fassade des Festspielhauses geklebt, in einer Woche soll die Aktion abgeschlossen sein.

Update, 6. Mai, 14.30 Uhr: Aufgrund der Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus haben sich die Ruhrfestspiele in enger Abstimmung mit ihren Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat entschieden, die Planungen für das angedachte Herbstfestival im Oktober 2020 abzubrechen, teilten die Veranstalter am Mittwochmittag mit.

So äußerte sich Intendant Olaf Kröck: „Wir haben in den letzten Wochen intensiv versucht, Teile des Programms der Ruhrfestspiele im Herbst präsentieren zu können. Alle beteiligten Partner haben sich nach Kräften bemüht und wir haben uns über die große Kooperationsbereitschaft sehr gefreut. Dennoch herrscht überall, national und international, große Unsicherheit, welche Planungssicherheit überhaupt gegeben werden kann. Es fällt schwer, endgültig anzuerkennen, dass wir in diesem Jahr keine Ruhrfestspiele haben werden.“

Die Ruhrfestspiele 2020 fallen aus.

Und Kröck weiter: „Wir blicken nun gespannt und neugierig in das nächste Jahr, in dem die Ruhrfestspiele ihr 75-jähriges Jubiläum begehen. Wir müssen die Planungen mit Weitsicht und größtmöglicher Offenheit und Flexibilität betreiben. Neue Zeiten bringen möglicherweise neue Ruhrfestspiele hervor. Das wollen wir jetzt mit Lust und großer Kreativität angehen.“

Ruhrfestspiele 2020 präsentieren "Inside Out Project"

Update, 1. Mai, 9 Uhr: Die Ruhrfestspiele, eines der ältesten und größten Theaterfestivals in Europa, können aufgrund der Corona-Pandemie das erste Mal in ihrer fast 75-jährigen Geschichte nicht wie geplant stattfinden. Die Ruhrfestspiele setzen in diesem Jahr trotzdem ein künstlerisches Zeichen.

Präsentiert wird das „Inside Out Project“. Dieses internationale Projekt wurde vom französischen Fotografen JR, übrigens einem der gefragtesten Gegenwartskünstler der Welt, initiiert und hat weltweit bereits über 360.000 Porträts in 142 verschiedenen Ländern hervorgebracht. Was genau hinter der Aktion in Recklinghausen steckt, lesen Sie hier.

Update, 25. März, 11.15 Uhr: Die Ruhrfestspiele 2020 können aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus leider nicht wie geplant stattfinden.

Aufgrund der derzeitigen Lage gehen der Kreis Recklinghausen und die Stadt Recklinghausen davon aus, dass die aktuellen Verordnungen auch über den 20. April 2020 hinaus weiter gelten dürften und somit auch die Ruhrfestspiele in Recklinghausen mit einiger Wahrscheinlichkeit durch Rechtsverordnung der Landesregierung untersagt sein werden.

Momentan prüfe das Team der Ruhrfestspiele intensiv verschiedene Möglichkeiten, Teile des diesjährigen Programms in den Herbst 2020 zu verschieben.

Update, 23. März, 11 Uhr: Was wird aus den Ruhrfestspielen? Werden auch diese wegen des neuen Coronavirus abgesagt? Offiziell ist es noch nicht. Aber Intendant Olaf Kröck glaubt nicht mehr daran, das Kulturfestival vom 1. Mai bis zum 13. Juni im Kreis Recklinghausen planmäßig über die Bühne zu bringen. Doch es gibt schon eine Alternative.

Update, 14. Februar 2020, 19 Uhr: Der Vorverkauf für die diesjährigen Ruhrfestspiele hat direkt in den ersten beiden Wochen rasant Fahrt aufgenommen.

„So einen überwältigenden Vorverkaufsstart habe ich noch nie erlebt. Das ist großartig und bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Kröck.

14 Tage nach dem Startschuss vermeldete er schon 65 Prozent verkaufter Karten. Wer nicht schnell genug war, konnte sich bei einigen Produktionen schon nach kurzer Zeit nur noch auf die Warteliste setzen lassen.

Ruhrfestspiele 2020: Bei ausverkauften Produktionen können sich Interessierte auf die Warteliste setzen lassen

Das gilt beispielsweise für den schrillen "Peer Gynt" von Lars Eidinger und John Bock. Als absoluter Renner im diesjährigen Programm entpuppten sich auch Yasmina Rezas "Drei Mal Leben" mit Starbesetzung und das Schauspiel-Dreamteam Ulrich Matthes und Wolfram Koch.

„Wir können nur allen empfehlen, sich auf der Warteliste zu registrieren. In der Regel gibt es gute Chancen, doch noch eine Karte zu bekommen“, rät Ruhrfestspiel-Pressechefin Christine Hoenmanns.

Hier gibt es noch reichlich Karten:

Karten gibt es in allen unseren Geschäftsstellen, im RZ- und SZ-Ticketcenter oder unter ☎ 0209/1477999. Die Wartelisten werden nur in der Kartenstelle der Ruhrfestspiele, Martinistraße 28, geführt. Sobald es eine Zusatzvorstellung für „Peer Gynt“ gibt, informieren wir Sie umgehend.

Update, 31. Januar 2020, 9 Uhr:

Der Vorverkauf für die Ruhrfestspiele Recklinghausen beginnt. Karten gibt es ab sofort in allen Geschäftsstellen des Medienhauses Bauer oder unter ☎ 0209/14 77 999. 

Update, 28. Januar 2020, 19 Uhr:

Hier finden Sie alle Termine und Veranstaltungen der Ruhrfestspiele 2020 im Überblick.

Update, 28. Januar 2020, 13.30 Uhr

Das aktuelle Programm der diesjährigen Ruhrfestspiele steht fest. Mit dabei sein werden unter anderem: Lars Eidinger, Ulrich Matthes, Wolfram Koch, Sven Pistor, Caroline Peters, Judith Schalansky und Peter Brook.

Das Motto der Ruhrfestspiele lautet "Macht und Mitgefühl". "Es ist eine Art Leitfaden, der unser Programm durchzieht", erklärt Olaf Kröck, Intendant der Ruhrfestspiele bei der Programmvorstellung am Dienstagmorgen.

Das Programm startet am 3. Mai mit dem englischsprachigen Theaterstück "Tao of Glass" von Philip Glass und Phelim McDermott und endet am 13. Juni mit einem spektakulären Auftritt des Cirque Inextremiste aus Frankreich, bei dem Akrobaten mit der Schwerkraft spielen und sich in 30 Meter Höhe auf und an einen Heißluftballon begeben.

Was wir bisher berichtet haben:

Die Ruhrfestspiele Recklinghausen gehören zu den ältesten und größten Theaterfestivals in Europa. In diesem Jahr findet das Event vom 1. Mai bis 9. Juni 2020 statt. Die Veröffentlichung und Vorstellung des gesamten Programms ist laut Veranstalter am 28. Januar 2020. Am 10. Januar wurde bereits das Kinderprogramm vorgestellt und am 31. Januar beginnt der reguläre Vorverkauf.

Der Vorverkauf für die Auftritte der WDR Big Band (Tanzendes Licht) und Chilly Gonzales (Solo Piano III) hat bereits begonnen.

Aus organisatorischen Gründen muss das Konzert von Chilly Gonzales um einen Tag vorverlegt werden. Der kanadische Pianist und Entertainer bekommt am 26. Mai in Kanada die Ehrenmitgliedschaft des Royal Conservatory of Music verliehen und muss bereits am 25. Mai abreisen.

Intendant Olaf Kröck hat übrigens eine Kooperation mit der Vestischen bekannt gegeben. Demnach können Ruhrfestspiel-Besucher mit einer Eintrittskarte in Papierform kostenlos Bus- und Bahnfahren.

Wir haben bereits im Dezember mit dem neuen Intendanten Olaf Kröck über das neue Programm gesprochen.

Info: Der Vorverkauf startet am 31. Januar. Karten gibt es in allen unseren Geschäftsstellen, im RZ- und SZ-Ticketcenter oder unter ☎ 02 09 / 14 77 999.

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