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Wolfram Koch im Festspielhaus. —Foto: J. Gutzeit

Schauspiel-Star Wolfram Koch liest

Eine Abend, der nicht zünden will

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Recklinghausen - Olaf Kröck, neuer Intendant der Ruhrfestspiele, freut sich. Ein Wagnis sei es, eine der eigentlich auf Sonntagvormittage abonnierten Lesungen an einem Montagabend anzubieten, „aber Sie sind gekommen“, begrüßt er das Publikum, „und das ist schön.“

Nun allerdings ist das Ruhrfestspielhaus bei dieser Tschechow-Lesung – auf dem Programm „Austern“, „Sommerfrische“ und weitere eher unbekannte Erzählungen – gerade einmal zur Hälfte gefüllt. Nun gut, warten wir ab. Es liest Wolfram Koch. Der zählt zur Elite deutscher Schauspieler und ist einem größeren Fernsehpublikum als Frankfurter „Tatort“-Ermittler ein Begriff. An diesem Tschechow, dem ganz jungen, frühen, hat Koch offenkundig eine Freude. Er zelebriert ihn, lebt diese seltsamen Helden und Anti-Helden, die Tschechow durch die absurdesten Geschicke treibt, die Nackten im Park wie die nach Schlaf gierende Mutter, die schließlich ihren kreischenden Säugling erwürgt. Und es liegt gewiss nicht an Wolfram Koch, dass dieser Abend nicht zündet. Es liegt an den Texten eines Jahrhundert-Autors, der in jungen Jahren bei weitem nicht die Meisterschaft besaß, die er später in Ewigkeitsklassikern wie „Der Kirschgarten“, „Onkel Wanja“, „Drei Schwestern“ oder „Die Möwe“ bewies. Das Rezitierte ist nett. Gefällig. Und leider belanglos. Es fällt schwer, nein, falsch: Es ist unmöglich, diese Lesung mit dem aktuellen Ruhrfestspiel-Motto in Einklang zu bringen. Das lautet „Poesie und Politik“. Politisch waren diese eineinhalb Stunden in keinster Weise.

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