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Ein Familienvater aus Gladbeck lieferte vor Gericht ein Geständnis.

Geständnis

Neunfacher Familienvater aus Gladbeck schießt auf SEK-Beamte: Geständnis vor Gericht

Bei einer geplanten Wohnungsdurchsuchung wird auf SEK-Beamte geschossen. Ein Polizist wird leicht verletzt. Jetzt muss der Täter vor Gericht - und gesteht.

  • Ein Familienvater aus Gladbeck schoss in Essen auf SEK-Beamte.
  • Vor Gericht legte er nun ein Geständnis ab.
  • Das SEK war wegen Todesdrohungen des Angeklagten ausgerückt. 

Mit einem Geständnis hat in Essen der Prozess um Schüsse auf SEK-Beamte begonnen. Ein neunfacher Familienvater aus Gladbeck gab zu, am frühen Morgen des 4. Dezember 2019 aus seiner Wohnung heraus sechs Schüsse abgegeben zu haben. Ein Beamter wurde leicht verletzt. "Er hat überreagiert", sagte sein Verteidiger Matthias Meier den Richtern am Essener Schwurgericht am Mittwoch. Der Angeklagte habe im ersten Moment gedacht, dass er selbst überfallen werde. Später sei ihm jedoch klar geworden, dass es Polizeibeamte waren, auf die er gerade schieße.

Todesdrohungen von Familienvater aus Gladbeck

Das SEK war ausgerückt, weil es von Seiten des staatenlosen Angeklagten Todesdrohungen gegeben haben soll. Ziel war die Durchsuchung seiner Wohnung nach Waffen.

Laut Anklage eröffnete der 51-Jährige das Feuer, nachdem seine Wohnungstür und eine Fensterscheibe eingeschlagen worden waren. Auch die lauten Rufe "Polizei" hätten ihn nicht davon abgehalten, weiter gezielt auf die Beamten zu schießen. Erst als das Magazin seiner Waffe leer gewesen sei, habe sich der Angeklagte ergeben.

Schüsse von Mann aus Gladbeck: massive Bedrohungslage vor der Tat

Im Vorfeld der Tat soll es eine massive Bedrohungslage gegeben haben. Beteiligt waren neben der Familie des Angeklagten auch zwei Familien aus den Niederlanden und Berlin. Die Polizei hatte die Situation des Gladbeckers damals so ernst genommen, dass sie seit Tagen einmal pro Stunde mit einem Streifenwagen am Haus des 51-Jährigen vorbei fuhr. Um sich und seine Familie aber auch selbst zu schützen, habe er sich eine Schusswaffe besorgt, so der Angeklagte.

Zum Prozessauftakt erklärte sich der 51-Jährige bereit, 2500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Nach seinem Geständnis erwarten ihn vier bis sechs Jahre Haft. Das haben ihm die Richter bereits zugesichert. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

dpa

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