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Grundwassermessstellen an der Merfelder Straße

Naturerbe

Verhandlungen zur Aufteilung der Truppenübungsplätze

LAVESUM - Neuigkeiten vom ehemaligen Truppenübungsplatz in Lavesum: Ein weitaus größerer Teil als bislang angenommen könnte ins Nationale Naturerbe (NNE) überführt werden. Dies geht aus einem von Staatssekretär Jens Spahn (CDU) unterschriebenen Schreiben des Bundesfinanzministeriums hervor.

Darin heißt es: „Zum jetzigen Stand der Verhandlungen“ sei davon auszugehen, dass die gesamte Teilfläche von etwa 350 Hektar (rund 490 Fußballfelder) südwestlich des Hülstener Weges dem NNE zugeordnet werden kann. „Das ist eine gute Nachricht“, findet Walter Fleuster von den Halterner Grünen, gemeinsam mit Maaike Thomas, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Er ärgert sich jedoch darüber, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümer der gesamten Fläche (rund 1430 Hektar – 2000 Fußballfelder) mit dem Herzog von Croy über den Rückkauf von mehr als der Hälfte des ehemaligen Truppenübungsplatzes verhandele: „Und das, obwohl nach Aussage von Staatssekretär Spahn ‚unstreitige Rückerwerbsansprüche‘ nur für einen Bruchteil dieser Fläche bestehen würden.“

Damit sei nach Auffassung von Walter Fleuster klar, dass auch über Flächen verhandelt würde, die vorher nicht im Besitz des Herzogs waren, für die er also nicht Alteigentümer sei. Die Gespräche werden vonseiten der herzoglichen Verwaltung gegenüber unserer Zeitung nicht bestritten. Über die früheren Eigentumsverhältnisse möchte sich der Generalbevollmächtigte Joachim Menke allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern.

Walter Fleuster geht es bei den Grundstücksverhandlungen besonders um 70 Parzellen (107 Hektar) im Grünlandbereich des nordöstlichen Platzteils. „Sie sind naturschutz-fachlich bedeutsame Flächen und wesentlicher Teil des gesamten Schutzgebiets“, sagt Fleuster. Kraniche hätten dort seit Jahren ihren Ruheplatz und einige Vögel würden das Gebiet auch zur Brut nutzen. „Bei einem Verkauf würde der Bund europäische Schutzgebiete gefährden“, ist auch Maaike Thomas überzeugt. Kopfschmerzen bereiten den beiden auch die jüngst vom Kreis Recklinghausen genehmigten 20 Grundwasser-Bohrungen entlang der Merfelder Straße.

Dazu Kreissprecher Jochem Manz auf Anfrage: „Die Halterner Quarzwerke haben die wasser- und naturschutzrechtliche Genehmigung des Kreises für die Errichtung von Grundwassermessstellen erhalten. Hintergrund sei, dass die Quarzwerke die Auswirkungen der militärischen Nutzung des Truppenübungsplatzes am Rande der Merfelder Straße aufs Grundwasser durch Gutachter der RWTH Aachen beobachten lassen wollen. Dabei sind insbesondere der Vogel- und Naturschutz vonseiten des Kreises beachtet worden“, so Manz.

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