Ganz links ist Verteidiger Boris Strube zu sehen, ganz rechts Verteidiger Dieter Kaufmann. Dazwischen die Angeklagten Mladen P. (rechts) und Michael M. (unkenntlich gemacht).
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Ganz links ist Verteidiger Boris Strube zu sehen, ganz rechts Verteidiger Dieter Kaufmann. Dazwischen die Angeklagten Mladen P. (rechts) und Michael M. (unkenntlich gemacht).

Vor Gericht

Kandaouroff-Prozess: Polizist schildert das Eintreffen

BOCHUM/ HALTERN - Es war kein amerikanischer Thriller, sondern blutige Realität: Im Prozess um den Kopfschuss-Tod des Halterner Seehof-Chefs Klaus Kandaouroff (80) spiegelten am Mittwoch die Aussagen von Polizisten noch einmal das dramatische Ausmaß der Bluttat vor der Millionärsvilla in Datteln-Klostern wider.

Blut auf dem Boden und an den Wänden bekam der am Tatort erste Polizeiermittler am Abend des 29. Mai 2010 zu sehen. „Der Notarzt war zwar vorher da“, erinnerte sich der Zeuge, „brauchte aber nicht lange, um den Tod festzustellen.“ In der Kleidung des Opfers habe er Bargeld gefunden, insgesamt 2400 Euro. Wie er später erfahren habe, hatte das Opfer immer Bares dabei, habe Kreditkarten gehasst und „Teufelszeug“ genannt.

Um Geld war es offenbar auch den drei Angeklagten aus Haltern und Schermbeck gegangen. Nach eigenen Aussagen hatten Mladen P. (43) und Michael M. (46) ursprünglich vor, den reichen Hotelier und Gastronom zu überfallen und zu zwingen, den Safe zu öffnen.

"Tragischer Unglücksfall"

Volker H. (47) sollte mit dem Fluchtauto in der Nähe warten. Schon gleich zu Beginn des geplanten Überfalls habe sich aber versehentlich der tödliche Schuss aus dem Revolver (Smith & Wesson, „Magnum“) gelöst. „Ein tragischer Unglücksfall“, wie das Trio im bisherigen Verlauf des Prozesses vor Bochumer Schwurgericht unisono beteuert.

„Wir sind von der Mordkommission.“ Mit diesen Worten stellten sich die Polizisten im Februar 2011 bei der Festnahme von Mladen P. in dessen Wohnzimmer vor. Die Antwort des erleichtert wirkenden Halterners: „Ich weiß, ich wollte schon zu Ihnen kommen.“ Danach habe der 43-jährige „ausgepackt“. Wie ein Schussspuren-Gutachter zuletzt im Prozess bestätigte, wurde der Hotelier durch einen aufgesetzten Kopfschuss getötet. Mladen P. hatte in seiner Geständnis-Erklärung dagegen von einem „Drehschuss“ aus der Hüfte gesprochen.

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