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Das Urteil gegen die "Pfarrhaus-Einbrecher" soll am 8. November fallen.

Pladoyers vor dem Bochumer Landgericht

Hohe Gefängnisstrafen für die "Pfarrhaus-Einbrecher" gefordert

Die Lebensführung der drei Angeklagten war seit Jahren auf die Begehung von Straftaten ausgerichtet, sagt die zuständige Staatsanwältin. Das Urteil fällt am 8. November.

Im Prozess gegen die drei mutmaßlichen Mitglieder einer professionellen Einbrecherbande, die in der Region in Pfarrhäusern auf Beutezug gegangen sein soll, hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag (29.10.) am Bochumer Landgericht empfindliche Gefängnisstrafen gefordert.

Sie gingen überaus brutal vor

Der Hauptangeklagte (44) soll zu zwölf Jahren Haft, sein mitangeklagter Sohn (28) zu zehn und seine Partnerin (48) zu insgesamt sechs Jahren und einem Monat Haft verurteilt werden. Staatsanwältin Simone Klodt skizzierte die Angeklagten als professionelle und abgebrühte Straftäter. „Die gesamte Lebensführung ist seit Jahren auf die Begehung von Straftaten ausgerichtet“, hieß es. Vater und Sohn seien unter Alias-Namen auch bereits in den Niederlanden und Österreich wegen Einbruchstaten zu Haftstrafen verurteilt worden.

Seit September 2017 waren die drei Angeklagten laut Anklägerin regelmäßig in Pfarrheime, Gemeindebüros beziehungsweise Häuser von älteren Damen eingebrochen. Trafen die Einbrecher in den Tatobjekten wider Erwarten doch auf Personen, reagierten sie teils überaus brutal. Eine durch Schläge bereits stark blutende, 74 Jahre alte Hausbesitzerin aus Wuppertal war an den Füßen ins Schlafzimmer geschleift, mit einem Stoffgürtel gefesselt und dann eingeschlossen worden. „So ein Verhalten zeigt eine besonders rücksichtslose und menschenverachtende Gesinnung“, sagte Staatsanwältin Simone Klodt wörtlich.

Coup in Castrop-Rauxel geht zweifelsfrei auf ihr Konto

Während die Staatsanwältin die Angeklagten bei einem Pfarrhaus-Einbruch in Castrop-Rauxel als überführt ansah, ließ sich der Tatnachweis im Falle zuvor angeklagter Coups in Datteln (St. Amandus), Recklinghausen (St. Gertrudis) und Haltern am See (St. Sixtus) nicht hundertprozentig zweifelsfrei führen.

 Insoweit erfolgte eine Verfahrenseinstellung. Bei dem Beutezug in Castrop-Rauxel hatten die Täter am 15. Juli 2018 im Pfarrhaus der St. Lambertus Gemeinde einen Tresor aus der Verankerung gehebelt.

Einzig der Hauptangeklagte hatte zuletzt ein Teilgeständnis abgelegt, die zwei Mitangeklagten bis zuletzt geschwiegen. Am 6. November sollen die Verteidiger ihre Schlussvorträge halten. Als Urteilstermin ist nach jetzigem Stand der 8. November vorgesehen.

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