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In mehreren Halterner Kirchen - wie hier in der Erlöserkirche - fehlen die Josefsfiguren in den Krippen.

Protestaktion

Josef nicht mehr in "Abschiebehaft" - Krippen-Figuren sollen zurückkehren

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In mehreren Halterner Kirchen fehlen die Josefsfiguren in den Krippen. Doch jetzt soll die Protest-Aktion beendet werden.

Update, 11. Januar, 13.24 Uhr: 

Der Asylkreis Haltern kündigt das Ende seiner Protestaktion an: „Der heilige Josef ist aus der Abschiebehaft entlassen worden“, heißt es. Am Sonntag, 12. Januar, könnten alle Josefsfiguren zurückerwartet werden, die vor einigen Tagen aus den Krippen in Halterner Kirchen verschwunden waren.

David Schütz vom Caritasverband Haltern teilte für den Asylkreis mit: „Maria hat mithilfe von Freunden des Asylkreises und einer Beratungsstelle des Caritasverbandes erfahren, dass der Schutz der Familie grundrechtlich verankert ist (GG Artikel 6). Somit konnte sie mit einem Anwalt erfolgreich Rechtsmittel gegen die Abschiebehaft einleiten. In Bezug auf die negative Asylentscheidung erging es in Deutschland 2019 mehr als einem Viertel der Asylbewerber wie Josef: 26 Prozent aller ablehnenden Bescheide mussten 2019 nach gerichtlicher Überprüfung wieder aufgehoben werden. Hingegen gab es bei positiven Asylbescheiden 2019 laut Bundesregierung nur 1,8 Prozent fehlerhafte Bescheide.“

Aktion soll auf verschärfte Abschiebepraxis hinweisen

Mit der Aktion will der Asylkreis auf die verschärfte Abschiebepraxis aufmerksam machen. Um den Bürgern die Folgen drastisch vor Augen zu führen, lagen in den Krippen von St. Sixtus, St. Marien, St. Laurentius, St. Andreas und auch der Erlöserkirche an den Standorten der Josefsfiguren jeweils  Abschiebebescheide.

Wir berichteten bisher am 6. Januar:

In der Sixtuskirche, der Erlöserkirche, in St. Marien, St. Laurentius und auch in St. Andreas, alles Kirchen in Haltern, fehlen die Josefs-Figuren. Mit dieser Aktion macht der Asylkreis der Stadt auf die verschärfte Abschiebepraxis aufmerksam, von der zunehmend auch in Haltern lebende Flüchtlinge betroffen seien.

„Gestern Morgen ist Josef von Nazareth in den frühen Morgenstunden aufgrund des abgelehnten Asylantrags und der Sorge der Behörden, er könnte untertauchen, in Abschiebehaft genommen worden“, heißt es auf dem Informationsblatt, das an den Krippen angebracht worden ist.

"Drastisch verschärfte deutsche Flüchtlingspolitik"

David Schütz vom Caritasverband erläutert für den Asylkreis die Hintergründe der Aktion: „Viele Christen haben sich an den Weihnachtstagen bewusst gemacht, dass sich in der Erfahrung heutiger Flüchtlinge die Geschichte des Jesuskindes spiegelt.“ Papst Franziskus hatte vor Weihnachten noch einmal darauf hingewiesen: „Krippen in Kirchen, in Privatwohnungen und an öffentlichen Orten sind eine Aufforderung, in unserem Leben und in der Gesellschaft Platz für Gott zu machen, der im Antlitz so vieler notleidender Menschen verborgen ist.“

Dass nun in den Krippen der Halterner Innenstadt anstelle des heiligen Josef ein Abschiebebescheid liegt, lasse den Ernst der weltweiten Flüchtlingsdramen und auch der drastisch verschärften deutschen Flüchtlingspolitik sichtbar werden, heißt es beim Asylkreis.

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