Alloheim Sythen

Interimschef setzt auf Dialog mit Bewohnern und Personal

Sythen - 65 Bewohner leben bereits im Alloheim in Sythen. Bald werden es 80 sein. Interimschef David Thiele hat nach negativen Schlagzeilen der Betreibergesellschaft das Krisenmanagement übernommen.

Die Seniorenresidenz Sythen am See verfügt ab sofort über ein zweisitziges Elektrodreirad, das dazu genutzt werden soll, mit einem Bewohner Ziele in der nahen Umgebung anzusteuern. Das "Allomobil" kann auch von Angehörigen ausgeliehen werden.

"Mit unserem grünen Frosch wollen wir uns sichtbar machen und das Zusammenwirken von Jung und alt fördern", erklärt David Thiele, der nach einem Krankheitsfall von der Betreibergesellschaft Alloheim Seniorenresidenzen als Interimseinrichtungsleiter eingesetzt wurde. Der 44-Jährige aus Nordkirchen ist Unternehmensberater in der Sozialwirtschaft und kümmert sich im Auftrag von Alloheim normalerweise um Sanierungsfälle. In Sythen hat wohl die negative Berichterstattung nach dem Verkauf der Alloheimgruppe an den schwedischen Finanzinvestor Nordic Capital und seine möglichen Folgen für die Alteneinrichtung im Elterbreischlag zum Krisenmanagement geführt.

Vor Ort ist die Stimmung gut

Am liebsten, das ist aus den Stellungnahmen von David Thiele sowie der Leiterin des Sozialen Dienstes, Lisa Ritter, herauszuhören, würden sie mit dem "Allomobil" durchstarten und alle Negativschlagzeilen hinter sich lassen. Die übergeordnete Ebene dürfe man nicht einfach auf die kleinteilige vor Ort herunterbrechen, wünscht sich David Thiele.

Gemeinsam mit seinem Team will er die Bewohner und ihre Angehörigen der Sythener Seniorenresidenz zufriedenstellen. Das Essen müsse schmecken, die Wäsche ordentlich sein und die pflegerische Versorgung erstklassig, nennt der Einrichtungsleiter seine Schwerpunkte. "Entscheidend sind die Ehrlichkeit und Verlässlichkeit gegenüber Bewohnern und Mitarbeitern", führt David Thiele aus.

Zu den Problemen seit Eröffnung des Hauses im Sommer vergangenen Jahres habe beispielsweise die holprige Kommunikation mit den Halterner Hausärzten gezählt. Daran werde dank des intensiven Austausches mit zwei Sythener Medizinern gearbeitet. Hier sei Offenheit von beiden Seiten geboten, findet David Thiele.

Eine Baustelle

Eine weitere Baustelle im Alloheim am Dietrich-Bonhoeffer-Weg sei die Küche gewesen. "Das Essen hat nicht geschmeckt, es war nicht seniorengerecht und es gab auch kein Fingerfood (Anmerk. der Redaktion: Wichtig für Demenzerkrankte)", sagt der Einrichtungsleiter auf Zeit. Daraus seien die notwendigen Konsequenzen gezogen worden. Seit wenigen Tagen arbeitet mit Sven Ellerkmann ein neuer Küchenchef im Alloheim. "Ich setze auf frische Küche aus regionalem Anbau", freut er sich auf seine neue Aufgabe. Schon nach seinen ersten Tagen in Sythen bekam er positive Rückmeldungen. Den Bewohnern schmeckt es. Sven Ellerkmann fände es schön, wenn Besucher von außen den Weg in die Alloheim-Caféteria finden würden, um das Mittagessen oder den Kuchen zu genießen.

David Thiele will weiter im Dialog bleiben. Das betreffe die Personalführung ("Die Mitarbeiter werden in Entscheidungsprozesse eingebunden."), den Austausch mit dem Heimbeirat sowie mit Bewohnern und Angehörigen. Das Personal arbeitet hart für die Zukunft der Sythener Seniorenresidenz. Hoffentlich ist das auch den Finanzinvestoren bewusst.

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