Antrittsbesuch in der Seestadt

Regierungspräsidentin will sich für Halterner "BackUp"-Projekt einsetzen

Zum Antrittsbesuch war Regierungspräsidentin Dorothee Feller zu Gast in Haltern. Nach dem Austausch mit Politikern nahm sie viele Anregungen aus einem besonderen Projekt mit nach Münster.

Seit September 2017 leitet Dorothee Feller die Geschicke im Regierungsbezirk Münster. In Haltern war die gebürtige Dorstenerin schon mehrfach zu Gast. Denn der Austausch mit den Kommunen liegt ihr besonders am Herzen. "Ich möchte keine Akten studieren, sondern die Städte und Menschen im Regierungsbezirk Münster kennenlernen", betonte sie bei ihrem offiziellen Antrittsbesuch am Mittwoch in Haltern. Der Weg dahin führe für sie immer über die Stadtverwaltung. Und so trafen die Vertreter der Ratsfraktionen sowie Stadtkämmerer Dirk Meussen und Baudezernentin Anette Bracht-häuser in einem einstündigen Gespräch auf eine Behördenleiterin, die sich die Anliegen sehr interessiert anhörte.

Emscher-Lippe-Region und Münsterland

Insbesondere ging es um die Regionalplanung. Feller ist sich der unterschiedlichen Planungsgrundlagen in der Emscher-Lippe-Region (der Regionalverband Ruhr ist zuständig) und im Münsterland (federführend ist die Bezirksregierung) und damit verbundener Probleme für die Stadt Haltern bewusst. Im Münsterland werden Flächen für Wohn- und Gewerbegebiete bekanntlich großzügiger ausgewiesen als in der Emscher-Lippe-Region.

Landesentwicklungsplan macht Hoffnung

Die Regierungspräsidentin verwies allerdings auf die geplante Änderung des Landesentwicklungsplans. Dieser gebe auch Orten unter 2000 Einwohnern künftig neue Entwicklungsmöglichkeiten. Er ermögliche sogar einen Flächentausch, wenn ausgewiesene Flächen beispielsweise nicht mehr zu bekommen oder zu teuer seien. Feller: "Damit werden Korridore geschaffen." Entwicklungsmöglichkeiten sieht sie unter anderem in Lippramsdorf, Bergbossendorf und Freiheit.

Stadtnähe sei nicht immer existenziell für ein gut funktionierendes Gewerbe. "Denken Sie nur an Unternehmen, die ausschließlich online arbeiten", so ihre Anregung. Entwicklungsmöglichkeiten müssten eben auch aufgezeigt werden.

In den kommenden Wochen wird Dorothee Feller viele Kommunen im Ruhrgebiet besuchen. In Haltern machte die Behörden-Leiterin deutlich, wie wichtig es sei, Emscher-Lippe-Region und Münsterland näher zusammenzubringen. "Wir müssen uns besser vernetzen."

Einsatz für Arbeitsplätze

Denkbar sei der Ausbau regionsübergreifender Projekte zwischen Hochschulen und Firmen oder die Vermittlung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Münsterland für Jobsuchende aus der Emscher-Lippe-Region. "Auch hinsichtlich der Arbeitslosenzahlen gibt es große Diskrepanzen zwischen diesen beiden Regionen", meinte Feller. Langfristig seien natürlich Lösungen vor Ort erstrebenswert. Feller plant hierzu auch Gespräche mit Arbeitsagenturen, Handwerkskammer, Arbeitgeberverband sowie Industrie- und Handelskammer. Eine gute Bildung sei überaus wichtig. Auch Bürgermeister Klimpel unterstrich mit Blick auf das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit: "Wir müssen verhindern, dass Menschen völlig abrutschen." Das beginne bereits mit der Schule.

Schulverweigerer-Projekt überzeugte

Da passte ein Besuch in der Erich-Kästner-Schule nur zu gut ins Programm.

Dort befindet sich der Stützpunkt des Schulverweigerungsprojekts "BackUp", das von Gelsenwasser drei Jahre lang gefördert wird. Feller zeigte sich überzeugt von dem Konzept, mit dem Schüler, die die Regelschule nicht mehr besuchen, aufgefangen werden. Die Regierungspräsidentin versprach, sich für eine Förderung durch das Land einzusetzen.

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