25. August

Ufuk Türkeri ist mit seiner Bude am Samstag beim Tag der Trinkhallen dabei

Haltern - Am 25. August begeht das Ruhrgebiet den "Tag der Trinkhallen". Ufuk Türkeri feiert mit seinem "Pick Up Snacks & Services" an der Weseler Straße 31 den ganzen Tag mit, denn Bude ist für ihn Kultur.

Wenn Ufuk Türkeri morgens um 6.30 Uhr seine Trinkhalle an der Weseler Straße in Haltern öffnet, warten schon die ersten Kunden. "Bei uns kommen die Kunden aber über den ganzen Tag", erzählt der Besitzer, der seit 2011 die Trinkhalle führt. "Hier war früher ein richtiger Tante-Emma-Laden, den habe ich erst mal umgeräumt, die Wände gestrichen und alles modernisiert. Auch der Kaffee kommt nicht mehr aus der Pumpkanne, sondern aus einem modernen Automaten mit vielen Geschmacksrichtungen."

In diesem Jahr nimmt er am Mittwoch (25. August) als einzige Trinkhalle in Haltern offiziell am Tag der Trinkhallen teil, denn Bude ist Kultur, sagt Türkeri.

Getränke, Süßigkeiten, Backwaren

Die Trinkhallen, die früher noch "Seltersbude" hießen, entstanden vor über 100 Jahren. Wurde zunächst noch Selters, also Mineralwasser, aus Fässern verkauft, änderte sich im Laufe der Jahrzehnte das Angebot. Nach und nach kamen Süßigkeiten aus dem Bonbonglas und Alkohol in das Sortiment, bis zum Allroundangebot von heute. Ein riesiges Angebot erwartet den Besucher auch in Türkeris Trinkhalle.

Auf über 80 Quadratmetern bietet er in vielen Regalen eine runde Palette von Getränken, Süßigkeiten, Backwaren, Zeitschriften und der Halterner Zeitung, frischen Brötchen bis hin zum Alltagsbedarf mit Wachmitteln, Toilettenpapier, Hygieneartikeln und vielem mehr an. Allein die Wand mit den Kühlschränken gefüllt mit diversen Getränkesorten, ist über sechs Meter lang. Ein Paketversand und eine Poststelle runden das vielfältige Angebot ab.

Doch sein Kiosk ist nicht nur Verkaufsgeschäft, für viele seiner Kunden ist er längst eine kleine Heimat geworden. Hier finden Lebensgeschichten statt und seine Kunden schütten ihm auch ihr Herz aus. "Ich höre hier viele Geschichten, die meisten davon sind traurig. Da geht es um Scheidungen, Arbeitslosigkeit und Krankheiten. Viele meiner über 350 täglichen Kunden sind seit Jahren Stammgäste, und kommen auch mehrmals am Tag, um zu kaufen", erzählt der agile Inhaber.

90 Schüler drängen sich vor dem Verkaufstresen

Holger Dillger ist einer davon. Jeden Tag holt er im Kiosk seine Getränke und den Tabak. "Ufuk, heute nehme ich noch 'ne Zeitung mit", ruft der Rentner im Schalke-04-Trikot, als der ihm die Tüte mit dem Einkauf reicht. "Die Trinkhalle finde ich ganz in Ordnung. Die ist nicht weit von meiner Wohnung weg. Da brauche ich nicht so weit zu laufen", freut sich der Halterner. Richtig stressig wird es für Türkeri, wenn die naheliegenden Schulen Pause haben. Dann drängen sich bis zu 90 Schüler gleichzeitig vor dem Verkaufstresen, um Backwerk oder frisch belegte Brötchen zu kaufen. Da werden auf die Schnelle auch noch Süßigkeiten mitgenommen.

Doch die Bonbontüte ist längst passé. "Einzelne Süßigkeiten, so wie es früher war, kann ich nicht mehr anbieten. Die Bonbongläser habe ich abgeschafft", sagt Türkeri. Und der Fensterverkauf gehört schon längst der Nostalgie an. Olaf Grossekemper ist seit sieben Jahren Stammkunde. "Ich hole hier regelmäßig meine Brötchen, die Kippen und meine Getränke. Und als meine Freundin schwanger war, habe ich abends kurz vor Schluss immer Süßigkeiten für ihre Schwangerschaftsgelüste geholt."

Um 20 Uhr ist am Samstag Schluss

Große Lebenmittelgeschäfte mit langen Öffnungszeiten oder Tankstellen mit 24-Stunden-Betrieb machen den Trinkhallen das Leben schwer. Türkeri schließt deshalb um 20 Uhr, denn danach kommen zu wenig Kunden.

Am Tag der Trinkhallen geht es bei ihm den ganzen Tag richtig rund, denn dann bietet er seinen Kunden ein buntes Programm mit Präsenten und Musik.

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