Ab ins Ausland

Zwei Halterner Abiturientinnen gehen auf Weltreise

Haltern - Pauline Kappmeier und Annette Koch kehren Haltern nach ihrem Abitur den Rücken. Während es die eine für das Studium nach Schottland zieht, will die andere mit ihrer Hilfe in Peru Gutes tun.

Pauline Kappmeier und Annette Koch verabschieden sich bald von ihrer Heimatstadt Haltern: Die eine studiert ab September Schauspiel in Edinburgh/Schottland, die andere kümmert sich ab Anfang August in Lima/Peru in einem Elendsviertel um Kinder mit Behinderungen.

Die beiden 18-Jährigen sitzen auf dem Alten Markt und erzählen von den Möglichkeiten, die sie beim Schopfe packen. Viele ihres Abiturjahrgangs drängt es hinaus in die verschiedensten Kontinente, Pauline und Annette sind zwei Beispiele dafür.

Rückkehr auf die britische Insel

Pauline Kappmeier aus Lippramsdorf wusste nach einem dreimonatigen Aufenthalt in England während der Schulzeit, dass sie zurück auf die britische Insel wollte. "Ich liebe die englische Sprache und ich mag die Briten sehr", sagt sie. Diese Leidenschaft paart sich mit der Begeisterung für Musik und Theater. Pauline hat bei der Theater-AG des Joseph-König-Gymnasiums mitgespielt und bei Musicalaufführungen gesungen, sie stand auch im Stück "Honk" als Frosch, Gans und Schwan auf der Bühne des Lea-Drüppel-Theaters.

Ihren Berufswunsch immer klar vor Augen, bewarb sie sich in Edinburgh an der MGA Academy for Perfomaning Arts, sprach Texte von Shakespeare und Joanne K. Rowling (Harry Potter) vor und erhielt als eine von tausenden Bewerbern einen Platz. Jetzt sucht Pauline eine Wohnung, was in Edinburgh als Student ziemlich schwierig und vor allem teuer ist. Die 18-Jährige möchte ihren Bachelor dort machen und dann am liebsten Bühnen in englisch-sprachigen Ländern erobern.

"Ich bin sehr neugierig darauf, was mich erwartet"

Das Rüstzeug dazu wird sie bekommen. Denn die Akademie ist renommiert: Auch Schauspieler Thomas Dohertyin, bekannt unter anderem durch die Rolle des Sean Matthews in der britischen Disney-Channel-Fernsehserie "The Lodge", ist Absolvent dieser Akademie.

Der Unterricht umfasst akademisches Lernen und praktisches Lernen im Studio. "Es fällt mir gar nicht schwer, zu gehen. Im Gegenteil, ich bin sehr neugierig darauf, was mich erwartet."

Neugier begleitet auch Annette Koch. Sie ist noch weiter von zu Hause fort. Die 18-Jährige aus Bergbossendorf entschied sich für einen zwölfmonatigen Freiwilligendienst beim Kinderhilfswerk "Die Sternsinger" in der peruanischen Hauptstadt Lima. Sie arbeitet im Haus "Yancana Huasy", es liegt in einem großen Armenviertel am Wüstenrand von Lima. "Ich gehe Physiotherapeuten und Lehrern bei der Betreuung von Kindern mit Behinderungen zur Hand", erklärt sie.

"Ich habe keine Angst vor der Herausforderung"

"In den Armenvierteln zählen diese Kinder nicht, weil sie nicht zum Auskommen der Familie beitragen können", hat Annette Koch erfahren. Die Kinder werden häufig versteckt, weil sie nur Geld kosten und Eltern mit ihnen überfordert sind. Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit vor Ort sind deshalb Werkstätten, in denen Jugendliche handwerkliche Fähigkeiten lernen und so ein Selbstwertgefühl erhalten. In Seminaren wurde Annette Koch auf den Aufenthalt vorbereitet. Ferner besuchte sie einen Sprachkurs in Spanisch.

"Ich habe keine Angst vor der Herausforderung. Die Zeit dort wird schön und erfahrungsreich", ist sie sicher, sich gut 12.000 Kilometer von zu Hause entfernt wohlzufühlen. 1300 Kilometer bis zu Pauline Kappmeier lassen sich leichter und schneller zurücklegen. Freunde haben sich bereits für Besuche angemeldet. "Aber erst einmal muss ich selber ankommen."

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