Bahnhof

Die Deutsche Bahn sucht auch in Haltern Senioren als Probefahrer

Haltern - Wie müssen seniorengerechte Züge und Bahnhöfe aussehen? Um das zu beantworten, sucht die Deutsche Bahn aktuell Probefahrer. Der Seniorenbeirat der Stadt Haltern hat dazu eine klare Meinung.

Mit dem demografischen Wandel nimmt die DB-Kundengruppe der Senioren im Alter von 60+ immer weiter zu. Aber entspricht das Angebot und der Komfort auch dieser Altersgruppe? Um darauf eine Antwort zu finden, suchen DB und LSV noch bis Mittwoch (25. Juli) zehn Probefahrer ab 60 Jahren, um den Nahverkehr zu testen. Dafür bekommen die Testfahrer fünf Tagestickets, die sie vom 15. August bis zum 15. September benutzen müssen.

"Grundsätzlich ist es gut, wenn ein regionaler Schienenpersonennahverkehr-Anbieter auf seine Kundinnen und Kunden zugeht", sagt Otto K. Rohde vom Seniorenbeirat der Stadt Haltern. "Allerdings können die Ergebnisse dieser Aktion keineswegs repräsentativ sein - zehn Kunden, einen Monat, jeweils fünf kostenlose Tagestickets - weshalb die Verwertbarkeit deutlich eingeschränkt ist", so Rohde.

Keine Barrierefreiheit am BahnhofDer Seniorenbeirat sieht durchaus Nachholbedarf in Haltern, etwa am Bahnhof: "Nach dem ?Spatenstich' durch Verkehrsminister Groschek am 27. September 2016 (...) hat sich nichts wirklich Vorzeigbares getan. Mit der Barrierefreiheit ist es deshalb nicht weit her", so Rohde. Das Gleis 1 etwa sei über Umwege mit dem Rollstuhl erreichbar. Dann aber wegen der Höhenunterschiede in den Zug zu steigen, gleiche einem "Abenteuer". Zu den Gleisen 2 und 3 führen Treppen.

Rohde bemängelt, dass neben den geplanten Aufzügen nicht auch eine Rampe eingeplant würde. "Wenn irgendwann in der Zukunft der dann vorhandene Lift aufgrund einer Störung nicht funktioniert, haben wir bis zur Störungsbeseitigung wieder den heutigen Zustand." In Sythen sei der Bahnsteig sowohl mit Kinderwagen als auch mit Rollstuhl erreichbar.

Komplexe Tarifstruktur ist schwer verständlich

Und auch die Bahntarife stellten für Senioren ein Hindernis dar: komplex und für Wenigfahrer schwer zu durchschauen. Ebenso sei es bei den unterschiedlichen Ticketautomaten und dem Übergang von einem Verkehrsverbund zum nächsten.

"Die fehlende Pünktlichkeit der öffentlichen Verkehrsmittel ist generell ärgerlich. Wenn die ohnehin oft kurzen Umsteigezeiten für ältere Menschen dann für den Umstieg in ein anderes Verkehrsmittel nicht mehr reichen, sind unverhältnismäßig lange Fahrzeiten die Folge", ärgert sich Rohde. Unterm Strich gebe es noch viel zutun, so Rohde. "Deshalb sind weiterhin Geduld und ein langer Atem angesagt - aber auch mehr politischer Druck auf den Bauträger."

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